MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Angela Ahnert

„Ein edler Mensch zieht edle Menschen an und weiß sie festzuhalten.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Angela Ahnert

Inhaberin Pension Ahnert
Meeraner Str. 134
08373 Glauchau
Fon: 03763 / 78537

Das Zwillingsmädchen Angela wurde 1951 in Meerane geboren. In jungen Jahren stellte sie sich vor einst Näherin zu werden, doch sie fand nach der 10. Klasse keine entsprechende Lehrstelle. Als dann die Werber der Betriebe durch die Schulen gingen und ihre Angebote unterbreiteten, entschied sie sich für eins davon. Ihr gefiel nur 1 ½ Jahre lernen zu müssen und damit schnell eigenes Geld verdienen zu können. Im VEB Trikotagenwerk Textilia Glauchau lernte sie deshalb den Beruf Zwirnerin. Die kurze Lehrzeit war die richtige Entscheidung, denn bereits mit 18 Jahren war sie schwanger und heiratete ihren Mann Gerhard. Glück war, dass die junge Familie schnell eine kleine 2-Zimmer-Wohnung mit Küche erhielt und der Ehemann, im Bauwesen arbeitend, viel dazu beitragen konnte ein gemütliches zuhause daraus zu machen. Tragisch war, dass das kleine Töchterchen bereits nach einem halben Jahr am Kindstod verstarb. Ein Schicksalsschlag der schwer zu verkraften war. Etwas Trost gaben die späteren Geburten von Sohn Renè (1972) und Tochter Silke (1978). 1977 nahm Angela Ahnert bei der Post die Arbeit auf, arbeitete erst in der Postzustellung und dann im Schalterdienst. Sie qualifizierte sich nochmal, erlangte den Facharbeiterbrief. Dank der Hilfe ihrer Schwiegereltern konnte sie ihre Arbeit trotz der kleinen Kinder all die Jahre ausüben. Doch dann kam die politische Wende in der DDR. In der Zeitung las Angela Ahnert eine Anzeige. Zimmer wurden in den neuen Bundesländern gesucht und da die Familie gerade zwei Bodenkammern ausgebaut hatte, meldete sie sich. In einem Buch wurden alle vermittelbaren Zimmer alphabetisch erfasst. Ihr Name kam ihr zu Gute denn mit dem Namen Ahnert stand ihr Eintrag an erster Stelle und die Zimmersuchenden begannen nun einmal mit dem ersten Eintrag, wenn sie zum Telefon griffen. „Wir konnten uns vor Anrufen kaum retten“ berichtet sie aus der damaligen Zeit. Und, dass dieser Run auf ihre Zimmer bei ihr und ihrem Mann zu der Idee führten eine kleine Herberge zu eröffnen. 1990 begannen sie ihr Bauvorhaben. 1993 war die Pension mit sechs Zimmern und zwölf Betten fertig. Angela Ahnert beendete ihre – sowieso vakante – Stelle bei der Post und widmete sich hauptberuflich dem Vermietungsgeschäft. 2007 starb ihr Ehemann. Von ihm blieb was seine „goldenen Hände“ geschaffen hatten und seine selbstgemalten Bilder. Heute ist Angela Ahnert Rentnerin. Die Pension läuft im Nebenerwerb weiter, denn es ist ihr eine Freude Gäste familiär zu betreuen. Ob und wie die Pension einmal weitergeführt wird, kann sie noch nicht sagen. Vielleicht interessieren sich ja einmal die beiden Enkel dafür, hofft sie. Ihre freie Zeit teilt sie indessen mit einem neuen Lebensgefährten. Das Klöppeln hat sie noch zur DDR-Zeit an der Volkshochschule gelernt und nach der Wende selbst einen Klöppelkurs geleitet. Heute treffen sich noch fünf Frauen regelmäßig zum Kaffeetrinken, regen Informationsaustausch und klöppeln. Trotzdem sie mit Haus, Grundstück und einem kleinen 200 Jahre altem Fachwerkhaus (das sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten historisch eingerichtet hat und als Wochenendidylle nutzt) genug zu tun hat, fand sie vier Jahre lang Zeit im Ortschaftsrat aktiv zu sein. Sie ist eben eine sehr agile Frau, die sich im Leben nie unterkriegen ließ.
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