MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Reinhard Köhler
„Zum Leben muss man geboren sein!“
Sportlehrer und Maler
08371 Glauchau
Er ist es. Aufgeschlossen für alles, sieht er immer eine Lösung, und so manifestierte sich die zweite große Erfahrungsweisheit: „Es gibt im Leben keine großen Hindernisse, alles kann bewältigt werden“.
Dies sagt Reinhard Köhler, geboren am 26.11.1925 in St. Egidien nicht nur, sondern stellte es unter Beweis.
Nach Arbeitsdienst, Militärdienst und Gefangenschaft und 1946 abgelegtem Abitur konnte er 1947/48 ohne Studium an der Bauschule Glauchau als Dozent für Freihandzeichnen fungieren.
Auf eigenen Wunsch begann er 1948–1950 an der Hochschule für Baukunst und Bildende Künste in Weimar ein Studium, Fachrichtung Malerei. 1950 beurlaubt, wirkte er bis 1952 als freischaffender Maler, ging dann in den Westen und arbeitete als Bergmann unter Tage. Im Sommer 1952 unternahm er mit dem Fahrrad eine Italienreise bis Neapel. Für ihn war es eine Studienreise.
In die DDR zurückgekehrt, bewarb er sich als Neulehrer und trat 1954 die Stelle eines Sportlehrers an der BBS Energieversorgung Glauchau an. Das Fernstudium an der DHfK Leipzig schloss er mit dem Diplom ab. Gesundheitliche Einschränkungen führten in die Funktion eines Instrukteurs für Kultur und Sport, wo auf dieser Ebene alle außerschulischen Belange seiner Bildungseinrichtung vertreten wurden.
Zu Sport und Malerei gesellte sich noch seit seiner Kindheit die Musik, sprich das Klavierspiel.
1990 begann das Pensionärsleben, und die vielfältigen Hobbys schreien geradezu nach Intensivierung. Als Reiseleiter für die Volkssolidarität erwarb er sich Achtung bei meist gleichaltrigen Senioren. Primat bildete jedoch immer das Malen, Zeichnen und Aquarellieren. Experimentierfreudig widmet er sich stets neuen Motiven. Lehrmeister war und blieb immer die Natur. Reiseeindrücke, Portraits, Landschaften und Ergebnisse ständigen Experimentierens sind Inhalte seines kreativen Schaffens. Als Mitglied des Zeichenzirkels Feige legt er großen Wert auf das Urteil von Freunden und Künstlern. Seine Werke sind auf regelmäßigen Ausstellungen zu sehen und zeigen, dass er zum Leben geboren ist.
Alles aber konnte er in Ruhe mit seiner Ehefrau an seiner Seite, die ihm den Rücken frei hielt, und das 50 Jahre lang.