MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. päd. Reinhard Köhler
Ein schulpolitischer Zeitzeuge
Ministerialrat i.R.
99310 Arnstadt
Reinhard Köhler kam am 15.11.1949 in Arnstadt zur Welt. Sein Vater arbeitete als Polsterer in leitender Position, die Mutter war Verkäuferin. Nach dem Besuch der POS folgte die EOS, welche er 1968 mit dem Abitur und der Berufsausbildung als Fräser abschloss. Noch im gleichen Jahr begann Reinhard Köhler mit dem Studium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Ich wollte von Anfang an Lehrer werden“, erzählt er und entschied sich für die Fachkombination Biologie / Chemie. 1972 erhielt er sein Diplom und arbeitete bis 1989 als stellvertretender Direktor für Außerunterrichtliches, Klassenlehrer und Fachlehrer Biologie, Chemie und Englisch an einer POS in Crawinkel bei Oberhof. Parallel war Reinhard Köhler ab 1986 als Kreisfachberater Biologie tätig. 1987 promovierte er. „Eigentlich hätte ich das gern schon nach dem Studium getan, aber da ich parteilos bleiben wollte, war das nicht möglich“, erklärt er. Im Zuge der Wende engagierte sich Dr. Reinhard Köhler gemeinsam mit seiner Frau Gudrun (diplomierte Chemikerin; Abteilungsleiterin für Forschung und Entwicklung; Pharmareferentin), die er 1975 geheiratet hatte, als Moderator des runden Tisches für Bildung. „Unter anderem verlangten wir, dass die Schülerauswahl der EOS nach Leistung erfolgen sollte“, berichtet er. 1990 wurde Dr. Reinhard Köhler nach den ersten freien Wahlen vom Kreistag zum Kreisschulrat gewählt und trug maßgeblich zum Strukturumbruch des Thüringer Bildungswesens bei. Im Februar 1991 erfolgte durch Christine Lieberknecht, der ersten Kultusministerin nach der Wende, und Dieter Althaus, dem damaligen Vorsitzenden des Bildungsausschusses im Landtag, die Berufung ins Ministerium, wo er 1993 auch verbeamtet wurde. „Hier wurden u.a. das vorläufige Bildungsgesetz sowie das Thüringer Schulgesetz verabschiedet. Mir unterstand auch das Landesinstitut für Lehrerfortbildung Bad Berka, und ich kümmerte mich verstärkt um deutsche Schulen im Ausland. Die letzten acht Jahre meines Berufslebens habe ich als Vorsitzender dieses Gremiums gearbeitet“, beschreibt er sein vielschichtiges Aufgabengebiet. Seit seiner Pensionierung 2014 ist er ehrenamtlicher Verwaltungsratsvorsitzender des Arnstädter Marienstiftes, einer diakonischen Einrichtung, der er bereits als Kreisschulrat verbunden war. „Ich habe hier 1990 die erste Schuleinführung für geistig behinderte Kinder initiiert“, erzählt er. Außerdem engagiert er sich seit 19 Jahren als Vorsitzender des Theatervereins seiner Heimatstadt. Seit dem 10. Lebensjahr spielt Reinhard Köhler zudem aktiv Tennis. Mit Sebastian (*1980) haben er und seine Frau einen Sohn, mit Pauline mittlerweile eine Enkelin. „Gesundheit und eine intakte Familie sind mir sehr wichtig“, betont der stolze Vater und Opa, der auf einen beeindruckenden Lebensweg zurückblicken kann.