MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Herbert-Michael und Sigrun König
Viele kleine Steine
Dachdecker
Textilfacharbeiterin
Hauptstr. 12a
09573 Augustusburg OT Grünberg
„Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen“. Diese chinesische Weisheit prägte das fleißige, aber unspektakuläre Leben von Herbert Michael König. In Falkenau wurde er 1952 geboren. Sein ursprünglich aus Rumänien stammender Vater und die aus Grünberg kommende Mutter hatten nach dem Krieg im Erzgebirgsvorland neue Heimat gefunden. Im Örtchen Grünberg (heute Ortsteil von Augustusburg) wuchs er auf. Seine beiden Brüder verstarben in recht jungen Jahren. Acht Jahre bis 1966 besuchte er die Schule, erst in Grünberg, dann in Hohenfichte und zuletzt in Leubsdorf, wo der Vater, auf dem Rangierbahnhof der Deutschen Reichsbahn tätig, ein (ziemlich heruntergekommenes) Haus kaufen konnte. Der junge Herbert liebte weniger die Schule, denn das wilde Herumtollen in Wald und Flur mit Kameraden, die ebenso frech waren wie er. Das legte die Entscheidung für einen praktischen Beruf nahe. Seine Lehre als Dachdecker konnte er im nahen Marbach beim jungen Meister Molch absolvieren, auf die Baustellen ging es mit dem Fahrrad, Hitze und Dreck waren ständige Begleiter. Die Berufsschule besuchte er im damaligen Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz). 1969 schloss er als Facharbeiter ab. Ein Arbeitsunfall, er kippte mit dem Gerüst um, sollte zu einer schweren Fußverletzung führen. Zwar wurde er noch zur Armee eingezogen, aber bereits nach 21 Tagen wieder ausgemustert. Von der Nachzahlung der Rentenversicherung aufgrund des Unfalls kaufte er ein Zelt, das er heute noch in Gebrauch hat. Er arbeitete nun wieder als Dachdecker, wechselte jedoch 1975 zur Baumwollspinnerei in Hohenfichte, in der später auch seine Frau tätig wurde. Ab 1990 ist er für die Gerüstbaufirma Noell unterwegs. Seine Frau Sigrun hatte er kennengelernt, als er auf dem Dach ihres Elternhauses zu tun hatte. 1971 wurde geheiratet. Als Sigrun Uhlmann, wurde sie 1952 in Chemnitz geboren, lernte Textilfacharbeiterin bei der Texturseide in Flöha, wechselte zum Kombinat Industrielle Mast (KIM), wo sie sich noch zur Geflügelzüchterin qualifizieren konnte, arbeitete zuletzt wieder im gelernten Beruf. 1973 wurde Sohn Rico geboren, 1983 folgte noch Sohn Ben. Inzwischen freut sich das Ehepaar am ersten Enkelkind. Lange lebten sie in Leubsdorf in recht beengten Verhältnissen, bis sie Anfang der achtziger Jahre in Grünberg ein Baugrundstück erwerben konnten. Ihr Eigenheim errichteten sie dann mit viel Fleiß, Können und freundlicher Hilfe.