MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ingeburg und Werner Köhn
„Nur zu zweit sind wird eins!“
Einzelhandelskauffrau und Verkaufsstellenleiterin i. R.
Handformer i. R.
Am Sportplatz 5
09322 Penig
Fon: 037381 / 80268
Ingeburg Köhn denkt gern an ihre Oma zurück, die sie als starke Frau faszinierte. So entwickelte sich auch die Enkelin zur starken Frau, die ausgestattet mit großem Organisationstalent den Alltag meistert.
Geboren am 06.03.1932 in Altöls/Schlesien, schwärmt sie noch heute von einer wunderschönen Kindheit. Dann kam der Krieg und die Familie wurde regelrecht vertrieben.
Ihr späterer Ehemann Werner wurde am 14.03.1936 in Lunzenau geboren. Als die Jahre des bewussten Denkens einsetzten, herrschte Krieg. 1939 zog er mit seiner Mutter nach Arnsdorf, wo der Vater lebte. Dieser allerdings befand sich im Krieg und er sah ihn nur wenig. In schlimmsten Zeiten eingeschult, erinnert er sich dieses Tages genau. Die Zuckertüte war bis zum Rande mit Holzwolle gefüllt und darauf lag lediglich ein klein wenig hartes Gebäck.
Lehrstellen gab es kaum und er nutzte die Chance, sich am Getriebewerk zum Handformer ausbilden zu lassen. Aus gesundheitlichen Gründen war er den extrem harten Anforderungen nicht gewachsen und brach die Lehre nach zwei Jahren ab. Werner Köhn begann bei der Bereitschaftspolizei in Zeithain, wurde im zarten Alter von nur 16 Jahren abgeworben und überbrückte die Zeit bis zum 18. Lebensjahr als Tiefbauarbeiter. Nach Umbenennung der BP verbrachte er ab 1954 drei Jahre bei der kasernierten Volkspolizei und gehörte bis 1960 der Wismut-Polizei an.
Nicht nur beruflich geschah Aufregendes. Von der Konsumgenossenschaft als Planer eingestellt, lernte er dort seine Frau kennen. Sie hatte sich beim Konsum zum Einzelhandelskaufmann ausbilden lassen, erblickte diesen schönen Mann mit schwarzen Locken, der allseits Aufsehen erregte und das Herzchen schlug schneller. Sie war selbst verheiratet, erblickte seinen Ehering und befand sich in misslicher Lage. Dennoch sollte zusammen kommen, was zusammen gehört. 1969 wurde das Hochzeitsfest begangen und ihr Sohn Detlef sowie seine Tochter Marlies bekamen einen Bruder. Sieghard wurde geboren und heute haben Köhns einen Enkelsohn und eine Enkeltochter.
Werner Köhns beruflicher Werdegang setzte sich als Planungsleiter bei der Kreisverwaltung der Genossenschaft fort. Er nahm ein Studium der Gesellschaftswissenschaften auf, war des Weiteren als Informator tätig, leitete den Zirkel schreibender Arbeiter und fungierte nebenbei von 1964/2012 als Pilzsachberater. 1988 zum Wehrkreiskommando abkommandiert, fand diese letzte Berufsära 1992 wendebedingt ihr Ende.
Doch was auch immer im Leben von Ingeburg und Werner Köhn passierte, ihre Ehe erblühte und sie bekräftigen: „Nur zu zweit sind wir Eins!“ Dieses Glück wird noch gesteigert, wenn Ingeburg und Werner Köhn ihre Kinder und Enkel erwarten und auch hierzu ergänzen sie: „Wenn wir die Stimmen der Urenkel hören, geht für uns die Sonne auf.“