MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Regine Köhn
Den Turbulenzen des Lebens die Stirn geboten
Alt Dellnau 7
06842 Dessau OT Mildensee
Fon: 0340 / 512913
Sie beschreibt ihre Kindheit als etwas unstet. 1958 geboren, nahm sich ihre Mutter das Leben als sie 14 Jahre alt und gerade an der Schwelle ins Erwachsenenalter stand. Unangepasst und ruhelos, nahm sie ihre Geschicke in die Hände. Nachdem ihre Bewerbung für eine Lehrstelle als Schneiderin keinen Erfolg hatte, schloss sie sich einer Klassenkameradin an, begann wie diese ab 1974 eine Lehre zur Krankenschwester im Diakonissen-Krankenhaus. Diese begann mit einem Pro-Seminar (Bibelkunde, Kirchenkunde....) und stagnierte danach, weil die weiterführende Ausbildung erst mit 18 Jahren möglich war. Mit der Anerkennung als Hilfsschwester kündigte sie, wechselte 1977 in das Städtische Klinikum, wo sie im Rahmen der Erwachsenenqualifizierung neben der Arbeit den Abschluss als Krankenschwester erlangte (1981). Indessen bereits Mutter ihres Sohnes Daniel, 1982 in erster Ehe mit einem wenig Unterstützung bietenden Mann verheiratet, im Schichtsystem arbeitend, waren die folgenden Jahre nicht einfach für die junge Frau. Trotzdem stand sie nicht nur beruflich „ihren Mann“ in der Inneren Station, Abteilung Gastroenterologie, sondern qualifizierte sich darüber hinaus zur Fachschwester weiter und arbeitet bis heute in der gleichen Abteilung, die 2000 Pulmologie wurde. Sie geht in ihrer Arbeit auf, wenngleich sie auch die freie Zeit genießt und sich dann gerne bei einem Schaufensterbummel entspannt. Wichtig ist das vor allem um die eigene Arbeitskraft zu erhalten, denn im Gesundheitswesen stehen Schichtarbeit und die Erwartung von weitgehendem Verzicht auf persönliche Dinge und Notwendigkeiten heute für die dort Beschäftigten im Vordergrund. Ehemann Wolfgang kennt und toleriert das. In zweiter Ehe seit 2007 verheiratet, haben die beiden die Fähigkeit erlangt eine Patchwork-Familie mit insgesamt vier Kindern und drei Enkeln gut zu managen. Sie haben eben gelernt ihre gegenseitigen Vorzüge zu achten und zu nutzen, seine Akribie zum Beispiel mit ihrer in den Jahren als Halbwaise und später alleinerziehende Mutter erlangten Eigenständigkeit zu verknüpfen – so, dass sie sich heute wünschen zusammen alt zu werden und dass möglichst nie einer später alleine zurückbleibt. Wenn es dann noch allen Familienangehörigen gut geht, dann breitet sich neben der Zufriedenheit über das, was sie im Leben geschafft haben, auch die ganz allgemeine in ihnen aus.