MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Matthias Köhler

Er liebte die Arbeit und findet Trost bei seinen Geschwistern

Matthias Köhler

Zerspaner, Stahlbauschlosser und Schweißer
Schulstr. 1
08485 Lengenfeld
Fon: 037606 / 34867

„Arbeite ruhig und gediegen, dann bleibt nur die Hälfte liegen.“ Diesen Spruch machte sich Matthias Köhler, geboren am 02.08.1955 in Rodewisch, zu eigen, denn er weiß: „Nur, wenn man in Hektik gerät, passieren auch Fehler.“ Diese suchte er mit Akkuratesse zu vermeiden und war aufgrund seiner Ordnungsliebe, Einsatzfreude und Fähigkeiten angesehener Mitarbeiter, Bruder und Freund. In Lengenfeld mit sechs Geschwistern aufgewachsen, widmete er sich nach der Schule bei Baumechanik Lengenfeld seiner Ausbildung zum Zerspaner und blieb dem Betrieb nur mit Unterbrechung von dreijähriger Armeezeit für lange Zeit treu. Begonnen hatte Matthias Köhler 1972 und hatte sich von 1994/95 zusätzlich zum Schweißer und Stahlbauschlosser ausbilden lassen. Aus der Baumechanik wurde inzwischen die Lengenfelder Maschinen- und Stahlbau GmbH, von der er im Februar 1999 die Kündigung erhielt. Nach nur 14-tätigiger Arbeitslosigkeit wurde er, um die Materie kennen zu lernen, an eine Fensterbaufirma vermittelt und musste die Erfahrung machen, nur mit Säuberungsarbeiten beschäftigt zu werden. Doch wie immer kämpfte er weiter, bewarb sich auf eigene Initiative bei der Firma Uwe Neupfleger Stahlbau und bekam einen Probetag angeboten. Nach diesem wurde Matthias Köhler aufgrund herausragender Leistungen sofort genommen. Am 1. April 1999 eingestellt, sollte sich eine rosige Zukunft abzeichnen, aber alles kam anders. Der letzte Arbeitstag fiel auf den 25. August gleichen Jahres. Matthias Köhler erkrankte schwer, musste lange Krankenzeit, längeren Krankenhausaufenthalt und eine Rehabilitationskur ertragen. Doch Wirbelsäule, Bandscheibe, Gelenke und viele innere Organe, insbesondere die Lunge, waren stark angegriffen. Es wurde hundertprozentige Erwerbsunfähigkeit diagnostiziert. Matthias Köhler wurde EU-Rentner und ein anspruchsvolles Berufsleben nahm ein jähes Ende.. Nebenbei pflegte er seine Mutter und freut sich noch immer, wenn er für andere Menschen da sein und helfend eingreifen kann. Mit seinem ältesten Bruder Wolfgang kaufte er 1983 ein Haus, worin die beiden auch leben. Wolfgang war stets für seinen Bruder zur Stelle, finanzierte ihm einst die Akkordeonschule und mit Wehmut gedenkt Matthias Köhler seiner früheren Hobbys. Solange er konnte, spielte er Akkordeon, Keyboard und fuhr gern Fahrrad. Der Garten war sein Aushängeschild, doch vor allem liebte er die Arbeit. Heute trösten ihn nur der PC, an erster Stelle allerdings seine geliebten Geschwister.
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