MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dea König
Solange die Kraft reicht
Landwirtin i. R.
Pischwitz Nr. 2
04720 Döbeln
Schon in jungen Jahren musste sie viel mitarbeiten, hatte die jüngere Schwester zu versorgen, denn ihre Mutter war häufig krank, die Arbeit auf dem elterlichen Bauerngut wurde ihr selbstverständlich. 1937 in Töpeln an der Zschopau (heute Döbelner Ortsteil) geboren, besuchte Dea König die Schule am Ort und ab der 5. Klasse in Technitz. In Technitz und Hartha wurde sie danach in zwei Jahren zur Facharbeiterin für Landwirtschaft ausgebildet, konnte im Lehrbetrieb Strölla ein weiteres Jahr ihre Kenntnisse in Hauswirtschaft und Geflügelzucht vervollständigen. Vieh und Feld, Saat und Ernte bestimmten danach auf dem elterlichen Hof den Rhythmus des Jahres. Sie erlebte die Gründung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) 1960 mit, wurde später selbst Mitglied und arbeitete viele Jahre auf dem Feld. Die Versorgung der LPG-Mitarbeiter mit warmem Essen lief über die Papierfabrik Technitz. Als die LPG verpflichtet wurde, dafür Arbeitskräfte abzustellen, übernahm Dea König ab 1974 für neun Jahre diese Aufgabe als Köchin. 1987 musste sie wegen Kniebeschwerden die Arbeit aufgeben, wurde als erwerbsunfähig eingestuft. Sie half aus, wenn im Kindergarten jemand gebraucht wurde oder wenn die Kartoffeln zu sortieren waren. Bei Einsätzen im Rahmen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gehörte sie lange Jahre zu denen, die aktiv im Einsatz waren.
Ihr aus Lommatzsch stammender Mann Bruno (Heirat 1961) arbeitete in der Töpelner LPG als Mechanisator, kümmerte sich um die Landtechnik. Gemeinsam kauften sie sich zu DDR-Zeiten ein Haus, in dem Dea König heute lebt. Ihr Bruno, Partner in einer überaus guten Ehe, verstarb 2012, nachdem sie ihn fünf Jahre intensiv gepflegt hatte (wie zuvor schon die Mutter), auch wenn dies oft ans Ende ihrer Kräfte ging. Ein Aufgeben kam für sie nie infrage, immer hoffend, dass noch für vieles im Leben der Mut und die Kraft bleibt.
Ihre beiden Töchter, 1961 und 1968 geboren, sind erfolgreich ihren eigenen Weg gegangen, auch wenn ihnen die Landwirtschaft dann fremd geworden ist, deshalb das Grundstück von Dea Königs Eltern verkauft wurde, als die LPG 1990 aufgelöst wurde. Besonders die Jüngere, Peggy, ist, in der Nähe wohnend, eine stetige Stütze für Dea König, die sich an drei Enkelkindern freut, von denen sie ebenfalls Unterstützung erhält. Im Kreis des Technitzer Frauendienstes fühlt sie sich wohl, beim Backen, Kochen, bei Handarbeiten zeigt sie sich in ihrem Element.