MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Stefan Köhler
Bewahrung und Wiederbelebung alter Bergbautradition
Ehrenvorsitzender des Freundeskreises „Geologie und Bergbau e. V.“, Bergmeister des SLV der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine
09337 Hohenstein-Ernstthal
Er wurde für sein großes Engagement vielmals geehrt. Zu einer der schönsten Auszeichnungen gehört die Verleihung der „Goldenen Ehrennadel der Stadt Hohenstein-Ernstthal“, die Stefan Köhler als erstem und bisher einzigem der Stadt für besondere Verdienste bei der Wiederbelebung und Bewahrung der Bergbautradition durch Oberbürgermeister Erich Homilius am 18. Januar 2008 überreicht wurde.
Geboren wurde Herr Köhler am 09.07.1935 in Ernstthal, und nicht nur durch seine Bergbauleidenschaft, auch durch eine beeindruckende Berufskarriere machte er sich einen Namen.
Nach dem Abitur brach er sein Geologiestudium an der Bergakademie Freiberg wegen Familiengründung nach drei Jahren ab, begann 1956 als Geologe bei der Wismut, betreute die drei tiefsten Schächte Europas und wechselte 1969 ans Kreisbauamt von Hohenstein-Ernstthal.
Sein früheres Vorhaben verwirklichte er während dieser Zeit mit einem Fernstudium am Institut für Ingenieur- und Tiefbau Leipzig, gehörend zur Bauakademie der DDR, das nach dem Bescheid über die Gleichwertigkeit von Bildungsabschlüssen den akademischen Grad Dipl.-Wirtschafts-Ingenieur (FH) beinhaltete.
Von 1990 bis 1991 agierte er als stellvertretender Stadtbaudirektor der Stadtverwaltung, bis 1998 als Amtsleiter Bau- und Wohnungswesen.
Immer jedoch interessierte der Bergbau. Nach 36-jähriger Tätigkeit als Vorsitzender des Freundeskreises wurde Herr Köhler zum Ehrenvorsitzenden sowie 2003 zum „Bergmeister des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine“ ernannt.
Für einstige Bergbauausbeute sorgten anfänglich Arsen, Kupfer, Schwefelkies und Fahlerz mit hohen Gold- und Silbergehalten, später vor allem Arsenkies.
Ab 1910 lohnte sich der Bergbau nicht mehr, wohl lohnt es sich, daran zu erinnern, und dies tat der vielfach Gewürdigte durch diverse Veröffentlichungen, Herausgabe zweier CDs, Entwurf der Vereinsfahne, als Initiator von Kauenfesten wie Mettschichten und vielem mehr.
Das geschichtsträchtige Huthaus avancierte nach gewaltigen Anstrengungen zum Vereinshaus mit Ausstellung und Vortragsraum, der legendäre Lampertus-Schacht lockt Interessierte nach umfangreicher Sanierung als Besucherbergwerk.
Der Vater zweier Kinder und seit über 50 Jahren mit seinem Lenchen verheiratet, verfügt natürlich auch privat über eine riesige Sammlung an Bergmannsutensilien, doch würde am meisten freuen, weitere Gäste in originellem Habit begrüßen zu dürfen.