MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gerhard Köllner

„Morgenstund’ hat Gold im Mund!“

Gerhard Köllner
Elektromaschinenbauer

09599 Freiberg

In herrlichster Gegend, wunderschön am Berg gelegen, war 1996 mit Unterstützung seines Sohnes Klaus und seinem Vater Gerhard aus einem Bungalow ein Haus erwachsen. Die Pflege des großen Gartens direkt am Hang bedeutet für ihn absolute Lieblingsbeschäftigung inmitten des Gebirges. Doch hatte Gerhard Köllner auch extrem schwere Zeiten zu überstehen. 1921 erblickte er das Licht der Welt in der Plauer Schule, wo Vater Franz als Hausmeister arbeitete und als Persönlichkeit galt, vor der die Schüler mehr Respekt hatten als vor den Lehrern. Aufgewachsen in der Bildungsstätte, ergriff er von 1936 bis 1939 in Chemnitz eine Lehre zum Elektromaschinenbauer, wurde zwei Jahre zur Reparatur kriegswichtiger Motoren als unabkömmlich erklärt und 1941 zur Marine eingezogen. Als Elektromechaniker auf Torpedobooten führten Einsätze nach Norwegen und Frankreich. 1943 nach Griechenland abgestellt, mussten italienische Boote übernommen werden und bei Einsatz in der Ägäis gingen neun von zwölf Booten innerhalb nur eines dreiviertel Jahres verloren. Ein Jahr später an die Marineschule kommandiert, kam Herr Köllner zu den Panzerjägern nach Erfurt, musste sich 1945 allein zu Fuß über Aschaffenburg nach Flöha durchschlagen und kam zwei Tage bevor die Russen eindrangen zu Hause an. Vier Jahre arbeitete er in der alten Firma, wechselte für sechs Jahre zur Wismut, ging 1956 dennoch an den alten Betrieb zurück und wurde zum Mitbegründer der PGH „Dynamo Karl-Marx-Stadt“, der er bis 1986 – meist als Brigadier eingesetzt – treu blieb. Der Ruderer aus Jugendjahren arbeitete 7-jährig schon auf dem Golfplatz von Flöha, dem größten Deutschlands, als Caddy und erinnert sich an einen Rundenlohn von 4 bis 5 Mark, damals viel Geld. Ende der 50er Jahre interessierte der Geflügelzüchterverein. Heute versorgt sein Sohn, ebenfalls Elektromaschinenbauer, die Tiere und Herr Köllner hatte nach der Wende Zeit, sich aktiv dem Geschichtsverein Flöha zuzuwenden. Seine Tochter wurde Ärztin, und fünf Enkel machen das Familienleben reich. Nach 62 Ehejahren verstarb seine liebe Ehefrau Ilse und musste die letzten sechs Jahre des Lebens im Pflegeheim verbringen. Tägliche Besuche ließ sich ihr Mann nicht nehmen und fütterte, verwöhnte und umhegte seine Ilse. Gern würde er sich noch einmal auf Reisen begeben, hofft auf stabile Gesundheit und ist gemäß seiner Lebensmaxime in der Morgenstund’, die Gold im Mund hat, schon in aller Frühe bei seiner geliebten Gartenarbeit inmitten des Berges lustvoll anzutreffen.
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