MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Helga und Horst Käseberg
Auf Montage und zu Hause
Dipl.-Ing. (FH) für Sintertechnik
Montagemeister Chemieanlagenbau
Amselweg 6
04769 Mügeln OT Poppitz
Zu Hause heißt bis heute für das Ehepaar Käseberg die Gegend am Westrand der mittelsächsischen Stadt Mügeln. In dem Ort Nebitzschen wurde Horst Käseberg 1947 geboren. Wenig später zog die Familie, zu der insgesamt neun Kinder gehörten, nach Poppitz. Ab 1953 besuchte der junge Horst die Schule in Altmügeln und zählte dort zum ersten Jahrgang, der bis zum Abschluss der 10. Klasse geführt wurde. Seine Lehre zum Lichtbogenschweißer absolvierte Horst Käseberg beim VEB Schwermaschinenbau Lauchhammerwerk in der Lausitz. Nach dem Facharbeiterabschluss wechselte er gleich zu IMO Industriemontage Merseburg. Nur unterbrochen vom Pflichtwehrdienst war er nun stets unterwegs. Erste Station war die Maxhütte in Unterwellenborn, dann führten ihn die Wanderjahre quer durch die ganze DDR. 1972 konnte er seinen Meisterabschluss machen, doch das frisch erworbene Grundstück in Poppitz und die inzwischen gegründete Familie ließen es geraten erscheinen, nach einem festen Platz in der Nähe von Mügeln zu suchen. Diesen fand er im Nachbarort Kemmlitz, wo das dortige Kaolinwerk ihm dankbare Aufgaben bot. 1974 wurde er Abteilungsleiter im Werk II. Als nach dem Ende der DDR und sozialistischer Produktionsweise 1993 Umstrukturierungen anstanden, übernahm Horst Käseberg wieder Aufgaben mit Auswärtseinsätzen. Eine belgische Leihfirma schickte ihn auf Baustellen zwischen Schkeuditz, Leuna, Schkopau und Schwedt. Im Jahr 2004 setzte ein Schlaganfall seinem beruflichen Wirken ein jähes Ende. Bis dahin gehörten auch das Schlagzeug bei den Kemmlitzer Blasmusikanten und die Zierfischzucht zu seinem Leben. Seit der Heirat 1969 ist Frau Helga, geborene Bieniek, an seiner Seite. Sie stammt aus dem Nachbarort Baderitz, wo sie 1948 zur Welt kam. Die junge Helga besuchte die Schule erst in Neusornzig, dann in Sornzig und zuletzt in Altmügeln, wo sie mit der 10. Klasse abschloss. Die Lehre als Keramdekoriererin führte sie ins Colditzer Porzellanwerk. Nach dem Abschluss ging es gleich zum Studium ins thüringische Hermsdorf. Als Ingenieurin für Sintertechnik sollte sie 1970 nach Colditz zurückkommen, doch während des Studiums war der erste Sohn (Thomas 1969) geboren worden, dem 1971 Tochter Annett und 1977 Sohn Torsten folgten. Nur gab es für die Familie keine Wohnung in Colditz. Da passte es, dass die Ofenkachelfabrik Mügeln, ein Werk das auch auf dem Exportmarkt präsent war, gerade eine Keramikingenieurin suchte. Hier blieb Helga Käseberg, bis wegen drohenden Konkurses der Firma 1995 eine Zäsur gesetzt war. Diese nutzte sie für Umschulungen, vor allem aber, um den betagten Vater zu pflegen. Im Jahr 2000 wurde sie wieder in der alten Firma gebraucht und erlebte bis zum Ruhestand 2013 befriedigende Berufsjahre. Vier Enkelkinder erweiterten den Familienkreis.