MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Eberhard Kästner

Der lange Kampf für eine bessere Zukunft

Eberhard Kästner

Kraftfahrer und Transportarbeiter i. R.
Chursdorfer Str. 11
09322 Penig
Fon: 037381 / 82651

Eberhard Kästner wurde am 13.04.1931 in Chemnitz als Einzelkind berufstätiger Eltern geboren. Dass das Bewegen von Fahrzeugen sein ganzes Leben begleiten sollte, war damals natürlich noch nicht absehbar. Die Schulzeit war 1945 beendet. In kriegsbedingt schwierigster Lage konnte er sich den Luxus, einen Berufswunsch zu hegen, nicht erlauben. Die jungen Menschen waren froh, überhaupt Arbeit zu finden. Er begann in der Schachtelmacherei Kurt Lindner in Mühlau und verdiente, mehr oder weniger als Laufjunge eingesetzt, 77 Pfennige in der Stunde. Nun brachte ihn sein Vater in der Spinnerei in Amerika, heute ein Ortsteil von Penig, als Nadelsetzer in der angegliederten Kämmerei unter. Hier sank der Lohn zwar auf 62 Pfennige ab, doch er konnte für eine bessere Zukunft kämpfen. Als die Färberei Nachwuchs suchte, war es ihm vergönnt, etwas mehr Geld zu verdienen. In späteren Jahren erwarb Eberhard Kästner über die Gesellschaft für Sport und Technik den Motorradführerschein. Für ein eigenes Motorrad reichte der Lohn vorerst nicht, doch es gelang ihm dennoch, sich diesen Traum mit dem Kauf einer gebrauchten Maschine erfüllen zu können. Als sein Betrieb mit einer Eidechse, einem kleinen Transportfahrzeug, ausgestattet wurde, bewarb er sich als Fahrer, erlangte den Spezialführerschein und genoss die Freiheit, von nun an eigenverantwortlich agieren zu können. Die Eidechse wurde von einer Zugmaschine abgelöst. Er widmete sich dem Erhalt des nächsten Führerscheins, erhielt ebenso die PKW-Fahrerlaubnis und gehörte bis zur Berentung 1991 der Transportbrigade seines Betriebes an. Seine liebe Ruth heiratete er 1954. Tochter Ute erblickte das Licht der Welt und wurde selber Mutter eines Kindes. Noch heute schwärmt Eberhard Kästner von seiner Frau: „Ruth war ein Mensch wie man ihn sich vorstellt. Sie verfügte über Organisationstalent, verstand es auf einzigartige Weise, sich mit Haushalt, Kind und Arbeit zu arrangieren und war immer für ihre Familie da.“ Ruth Kästner wurde nach einem Schlaganfall zum Pflegefall und verstarb im Alter von 82 Jahren, doch Eberhard Kästner ist glücklich darüber, dass er mit ihr das Fest der Goldenen Hochzeit noch gemeinsam begehen konnte. Dennoch war ihr Tod der schlimmste Schicksalsschlag, der ihm je widerfuhr. In guter Erinnerung hat Eberhard Kästner alles, was sich das Paar gemeinsam erschaffen konnte. Speziell sein Haus ließ er durch harte Arbeit in neuem Glanze erstrahlen. Insbesondere nach den Erfahrungen mit seiner geliebten Ruth wünscht er sich ausschließlich Gesundheit – nicht zuletzt, um auch sein schönes Heim noch lange genießen zu können.
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