MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Günter Käppler

Unter Schwierigkeiten den eigenen Weg gehen

Günter Käppler

Augenoptikermeister i. R.
99867 Gotha

Der Meister für Augenoptik, Günter Käppler, wird 1929 in Gotha geboren und beendet hier die Schule im Herbst 1943. An der Handelsschule beginnt er im selben Jahr eine Ausbildung zum Kaufmann, die er nach dem Ende des Krieges nun an der Fachschule für Wirtschaft und Verwaltung fortsetzt. Gleichzeitig nutzt Günter Käppler die Möglichkeit, hier das Abitur abzulegen. Im Jahr 1948 fängt Günter Käppler als Augenoptik-Lehrling bei einem befreundeten Optiker an und absolviert eine Ausbildung in diesem Beruf. Die theoretische Ausbildung findet in Jena statt. „Dazu musste ich früh um vier am Bahnhof sein und war abends um 23 Uhr zu Hause“, erinnert sich der Handwerksmeister. Nach der Ausbildung tritt er eine Stelle im Spreewald an, wo er seine spätere Frau Magda kennen lernt. Als sie 1954 heiraten, verbinden sie dieses Ereignis mit der Silberhochzeit der Eltern der Frau, um Kosten zu sparen. Die Tochter Sabine kommt 1955 zur Welt und arbeitet heute als Lehrerin, obwohl es der Vater gern gesehen hätte, wenn sie seine Nachfolge angetreten hätte. Die Zulassung zum Studium bekommt sie erst nach langem Kampf auch ihrer Eltern, wobei sich die langjährige Arbeit des Vaters als Vorsitzender des Elternbeirates jetzt positiv auswirkt. Ab 1956 entscheidet sich Günter Käppler für die Selbstständigkeit. Zunächst ist es ein Geschäft in Gerstungen im Grenzgebiet zur Bundesrepublik. Im Jahr 1967 wechselt der Augenoptikermeister nach Waltershausen, wo er einen verstorbenen Inhaber beerbt. Die Frau Magda, die bisher als Köchin gearbeitet hat, wird nun mithelfende Ehefrau. Durch Vermittlung seines ehemaligen Lehrmeisters, mit dem er immer noch gute Kontakte hält, kann Günter Käppler 1974 ein Geschäft in Gotha übernehmen. Der Handwerksmeister ist sehr froh, dass sich die politischen Zustände in der DDR geändert haben und es anschließend zur Wiedervereinigung gekommen ist. „Ich bin von diesem Staat als Selbstständiger nur gegängelt worden“, erinnert sich Günter Käppler. An Brillengestellen werden nur bestimmte Sorten in geringer Anzahl geliefert, so dass auf modische Belange kaum Rücksicht genommen werden kann. Auch die Beschaffung von Glas ist oft ein Abenteuer. Günter Käppler arbeitet als Einzelunternehmer, zeitweilig beschäftigt er eine Angestellte. „Nach 1990 habe ich richtig Geld verdient, die Beschaffung von Material war kein Problem mehr, allerdings wuchs auch der Konkurrenzdruck, zum Glück aber erst nach meiner Berentung 1994“, blickt er zurück. Mit seiner Frau Magda kann Günter Käppler 1980 die Silberne und 2005 die Goldene Hochzeit feiern, 2012 verstirbt sie nach langer und schwerer Krankheit. Zur Familie gehören inzwischen zwei Enkel und vier Urenkel. Trotz seiner kritischen Haltung zur DDR spricht er mit Hochachtung von deren Bildungs- und Gesundheitssystem. Derzeit ist er wunschlos glücklich und zufrieden mit seinem Leben.
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