MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Marianne und Erhardt Ködelpeter
Gemeinsam stark
Inhaberin Lebensmittelgeschäft
Dipl.-Landwirt i. R.
06120 Halle
Marianne und Erhardt Ködelpeter gehen ihren Lebensweg seit 60 Jahren Seite an Seite. Viel haben sie gemeinsam bewältigt, worauf sie zu Recht stolz sein können. Marianne wurde am 17.10.1935 in Berlin-Neukölln geboren. Die Eltern besaßen ein Lebensmittelgeschäft in Halle und so lag es nahe, dass sie eine Ausbildung zur Verkäuferin, jedoch bei einem anderen Einzelhändler, absolvierte. Im Anschluss arbeitete sie kurz in einem Reformhaus und wechselte dann in die Buchhaltung bei der HO, Fachbereich Industriewaren. Sie hat viel gelernt und mochte die Zusammenarbeit im Kollegenkreis. Doch als 1966 ihr Vater verstarb, musste sie kurzfristig das Geschäft übernehmen – ins kalte Wasser springen und schwimmen lernen. Mit viel Fleiß, Ausdauer und dank der Unterstützung guter Bekannter ist es ihr geglückt. Erhardt wurde am 07.09.1934 in Nauendorf geboren. Eigentlich wollte er Medizin oder Pharmazie studieren, doch sein Vater war selbständig und so wurde sein Studienwunsch abgelehnt. Zur Überbrückung arbeitete er als Hilfspfleger im Krankenhaus, bekam letztlich einen Studienplatz zum Dipl.-Landwirt zugeteilt. Es folgte eine 2-jährige Assistenzzeit in Beuna, danach eine Anstellung bei der Stadt Halle. Über mehrere strukturelle Veränderungen landete er in der Abteilung Planung & Ökonomik beim Rat für landwirtschaftliche Produktion und Nahrungsgüterwirtschaft. Er absolvierte ein weiteres Studium in Bernburg, erweiterte seine Kenntnisse in Wirtschaftsmathematik. Ein Stellenwechsel wurde vom Bezirk jedoch abgelehnt. So blieb er bis zur Auflösung der Abteilung in seiner Position und war für die Plankoordinierung verschiedener Bereiche zuständig. Er hat die Zeit in guter Erinnerung, die Zusammenarbeit mit Kollegen und Betriebsleitern hat viel Spaß gemacht und ihn oft vor spannende Herausforderungen gestellt.
Marianne und Erhardt heirateten 1960, im gleichen Jahr wurde ihr Sohn Henry geboren. Im Zuge der Wende ging Erhardt in den Vorruhestand und auch Marianne musste überlegen, wie es weiter gehen sollte. Schon früh klopften die „Strohmänner“ an ihre Ladentür, doch Marianne blieb kritisch. Schließlich fasste sie einen Entschluss: Zu DDR-Zeiten hatte sie das Haus, in dem sich der Laden befand, verschenken müssen, nun kaufte sie es zurück. Parallel organisierte sie den Ausverkauf des Ladens, bei allen Schritten stand Erhardt ihr unterstützend zur Seite. Unzählige Besichtigungen haben sie hinter sich gebracht und letztlich an ein sympathisches Paar aus Nürnberg verkauft. Nun genießen die beiden ihre gemeinsame Freizeit und wünschen sich für die Zukunft vor allem Gesundheit.