MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Lothar Köhler
Mit Geradlinigkeit und Konsequenz durch das Leben
Bautischler
Neue Str.10
99448 Kranichfeld
Albert Theodor Lothar Köhler 1934 in Kranichfeld geboren, lebt heute noch in seinem Geburtshaus. In der Heimatstadt besuchte er die Schule und bekam auch eine Lehrstelle. Das war kurz nach Kriegsende nicht ganz einfach. Er hatte jedoch Glück, konnte in einem kommunalen Sägewerk die Lehre zum Bautischler absolvieren und sogar vorfristig beenden. Anschließend war Albert Theodor Lothar Köhler noch einige Monate im Lehrbetrieb tätig und wechselte dann in eine private Möbeltischlerei nach Tannroda. Doch der geringe Verdienst und die Fahrerei veranlassten ihn nach Kranichfeld zurückzukehren. Er bekam Arbeit in einem privaten Betrieb mit Lampenbau und Presserei. Doch ständige Normenanhebung ohne Lohnerhöhung frustrierte ihn, deshalb kündigte er 1958 kurzerhand und war plötzlich einige Wochen „arbeitslos“. Er folgte deshalb der Empfehlung eines Bekannten, ging zur Transportpolizei nach Erfurt. Als in einer Dienststelle Unterlagen verschwanden, geriet auch er in Verdacht und damit ins Visier der Staatssicherheit. Später wurde der zwar wahre Täter entlarvt, aber einige Zeit hatte Albert Theodor Lothar Köhler dadurch viele Unannehmlichkeiten. Deshalb ließ er sich nach Weimar versetzen und konnte sich hier nach Aufklärung des Falles gut entwickeln, wurde sogar mehrfach befördert. „Die Arbeit machte mir Spaß“, sagt er. Im März 1963 schied er jedoch aus dem Dienst aus und „zog seine Konsequenzen“. 1956 verliebte sich Albert Theodor Lothar Köhler in Margarete Edith Hoher und heiratete sie am 28. Februar. Er sollte seine Ehefrau dazu bewegen, Kontakte zu ihren Angehörigen in Westdeutschland abzubrechen. Das lehnte er jedoch ab. Albert Theodor Lothar Köhler nahm eine Tätigkeit als ungelernter Montagehelfer im VEB Spezialmontagen Weimar auf. Einige Jahre war er nun auf Baustellen in der DDR unterwegs. 1969 wurde er im Stammbetrieb in Weimar zum Umbau einer Bürobaracke eingesetzt, da er als gelernter Bautischler über entsprechende Fachkenntnisse verfügte. Albert Theodor Lothar Köhler blieb danach Betriebshandwerker und war als solcher auch zuständig für Instandhaltungsarbeiten in den betrieblichen Ferienheimen. Im Laufe der Jahre richtete der Betrieb dann auch eine Tischlerwerkstatt ein und übertrug ihm dafür die Verantwortung. In der Wendezeit wurde er in den Betriebsrat gewählt und war damit eigentlich unkündbar. Doch er ließ sich 1991 in den Vorruhestand schicken, um einem jüngeren Kollegen die Weiterbeschäftigung zu sichern. In der DDR-Zeit entwickelte sich bei Albert Theodor Lothar Köhler zunehmend eine regimekritische Haltung, die sich u. a. auch durch das Fernbleiben bei Kommunalwahlen äußerte. In der Wendezeit engagierte er sich in der SPD und war Mitbegründer des Runden Tisches im Kreis Weimar. Seit 1996 ist er Mitglied im Schützenverein Kranichfeld (war zweimal Schützenkönig) und inzwischen auch dessen Ehrenmitglied. Albert Theodor Lothar König war fast 50 Jahre mit seiner Ehefrau Edith († 05.03.2007 an Krebs) verheiratet, die als Zahntechnikerin in der Zentralklinik Bad Berka arbeitete. Sie haben zwei Söhne (geb. 1962 und 1967), die in der Region leben und berufstätig sind sowie ein Enkelkind. Sein größter Wunsch ist, die Gesundheit noch für einige gute Jahre zu stabilisieren