MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Anneliese Kürschner
Im täglichen Bemühen das Glück gefunden
Landwirtin
Bergweg 4
09661 Hainichen OT Cunnersdorf
Nun hat Anneliese Kürschner bereits das 80. Lebensjahr vollendet, viele ihrer Lieben, vor allem ihre Schwestern sind schon nicht mehr um sie, auch Ehemann Armin ist im Jahr 2018 verstorben. Sie selbst wurde 1938 in Greifendorf (wenige Kilometer nördlich vom mittelsächsischen Hainichen) als Anneliese Berndt geboren.
Ihr Geburtstag fiel mit dem Tag der Arbeit am 1. Mai auf den gleichen Tag, fleißige Arbeit sollte auch ihr Leben bestimmen. Sie stammt aus einer von der Landwirtschaft geprägten Familie. Der elterliche Betrieb umfasste 35 Hektar. Pferde, Ochsen, Herdbuch- und Milchkühe prägten dazu den Alltag der drei Kinder, von denen die kleine Anneliese die Jüngste war. Zudem lebten zwei Kinder der Stiefschwester des Vaters im Haushalt, die nach deren Tod an Kindes statt angenommen worden waren. Die junge Anneliese besuchte von 1944 bis 1952 die örtliche Schule, dann zwei Jahre den landwirtschaftlichen Zweig der Berufsschule in Hainichen, arbeitete und blieb auf dem elterlichen Hof, dem bereits 1955 die Mutter fehlte. Tiere füttern, Kühe melken, den Acker bearbeiten, säen und ernten waren ihr so von Jugend an vertraut. 1956 trat der Vater der neu gegründeten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) bei, in der er zeitweise auch als Vorsitzender agierte, damals schon als Typ III deklariert, bei der nicht nur das Land, sondern auch das Vieh in der Genossenschaft aufging. Auch Tochter Anneliese fand in der LPG ihre vor allem nach Jahreszeit wechselnden Aufgaben. Als sie mit Armin Kürschner den richtigen Mann fürs Leben gefunden hatte (Heirat 1973), wechselte sie nach Cunnersdorf, wo die Eltern des Mannes einst ein eigenes Gut hatten, das bereits 1952 in der dortigen LPG aufging. Im Jahr 1973 wurde der erste Sohn Jens geboren, so dass sie – wie später 1978 auch beim zweiten Sohn Ralf – drei Jahre zu Hause blieb, dazwischen und danach in der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft (GPG) „Chrysantheme“ von Hainichen ihre Aufgaben fand, vor allem in der Berthelsdorfer Brigade eingesetzt war. Als 1990 die GPG abgewickelt wurde, war Anneliese Kürschner erst arbeitslos, fand dann zwei Jahre neue Herausforderungen bei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen auf dem Frankenberger Friedhof. Seit 1998 ist sie im Rentenbezug. Sohn Ralf sorgte zur Freude der Großeltern für zwei Enkelkinder. Anneliese Kürschner ist glücklich, wenn zur Weihnachtsgans die ganze Familie beisammen sein kann. Noch immer gehört etwas Kleinvieh zum täglichen Leben. Gern ging und geht sie stets an Handarbeiten, auch diese kommen meist der Familie zugute.