MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Jürgen Kühnicke
Malerbetrieb bleibt in der Familie
Friedrich-Engels-Str. 11
04808 Wurzen
Jürgen Kühnicke aus Wurzen ist ein traditionsbewusster Mensch, der die Herausforderung liebt. Seinen Malerbetrieb hat der Handwerksmeister nach 25 Jahren an seine beiden Söhne Falk und Dirk (Diplomingenieur und Meister, geboren 1974 und 1973) übergeben. „Das war im Jahr 2012“, erinnert er sich zusammen mit seiner Ehefrau Magita. Gemeinsam genießen beide ihren Ruhestand, sie reisen (unter anderem waren sie bisher in Südafrika, Kanada, Australien und Vietnam), bewirtschaften Haus, Hof und Garten. Während er seit vielen Jahren gern skatet und diesbezüglich einen Verein gegründet hat, liebt sie viel Bewegung in drei Sportgruppen und einer Selbsthilfegruppe, die sie leitet. Außerdem verfolgt das seit 1972 verheiratete Ehepaar mit großem Interesse die Entwicklung der drei Enkelkinder. Jürgen Kühnicke wurde 1949 in Wurzen geboren und ging dort von 1955–1963 zur Schule. Nach seiner dreijährigen Maler-Ausbildung arbeitete er auf verschiedenen Baustellen der 1966 zusammengeschlossenen PGH des Malerhandwerks. 1974 schloss der Wurzener die Meisterschule ab. Zug um Zug übernahm Jürgen Kühnicke mehr Verantwortung in der PGH – hauptamtlich und auch in Ehrenämtern. Nach mehreren Anläufen (1979, 1980, 1987) erwarb der ehrgeizige und für seine Ausdauer bekannte und anerkannte Malermeister endlich am 1. Juli 1987 seinen Gewerbeschein. Nun begann in seinem Berufsleben ein völlig neues Kapitel. Aus seinem Ein-Mann-Betrieb entwickelte Jürgen Kühnicke in 25 Jahren eine GmbH. Während dieser denkwürdigen und bewegten Zeit bildete er zehn Lehrlinge aus, von denen heute einige selbst Meister ihres Faches sind. Mit Stolz blickt auch Ehefrau Magita Kühnicke, Jahrgang 1951, als Bauerntochter auf ihre berufliche Lebensleistung zurück. Nach dem Abschluss der 10. Klasse lernte sie Handelskaufmann und besuchte darüber hinaus eine Fachschule. Die zielstrebige Frau arbeitete bei der Getreidewirtschaft und später in einem Vereinigten Feierabend- und Pflegeheim, zunächst als Wirtschaftsleiterin, dann als Heimleiterin (1992–2011). Ebenso wie ihr Mann Jürgen pflegt sie gute Kontakte zur Verwandtschaft und zu Freunden. Ihr beider Leitspruch für die Zukunft lautet „Geht nicht gibt’s nicht!“ Kühnickes sehen sich als Familienmenschen, Zusammenhalt sei wichtig, sagen sie. Und sie wollen neugierig auf das Leben bleiben, wünschen sich dafür Gesundheit und Zufriedenheit. Dass die beiden Söhne den Betrieb des Vaters weiterführen und damit eine Familientradition fortsetzen, beweist dem Firmengründer, einiges richtig gemacht zu haben. Jürgen Kühnicke hat weder ein Geschäft für Farben und Tapeten eröffnet noch einen eigenen Gerüstbau betrieben. Und er ist auch nicht mit seinen Beschäftigten auf Montage gefahren.