MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Diethelm und Monika Kühnert
„An der Spitze liegen ist immer noch zu weit hinten.“ (Schuldirektor Thomas Kühnert)
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„Ich hatte nichts zu lachen....“ verrät der 1951 geborene Diethelm Kühnert über die ersten Schuljahre. Mit der Mutter als Klassenlehrerin und dem Vater als Schuldirektor waren die Erwartungen an ihn hoch. Er wollte in diese elterlichen Fußstapfen nach dem Abitur 1969 jedoch nicht treten, vielmehr einer anderen Familientradition folgen und wie fast alle männlichen Vorfahren eine Offizierslaufbahn einschlagen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Offiziershochschule begann der junge Leutnant seinen Militärdienst 1972 an der Unteroffizierschule Eilenburg. Spätere Versetzungen führten in das Artillerie-Regiment Zühlsdorf, in ein Wehrkreiskommando, ein Wehrbezirkskommando, in das Kommando MB III (Militärbezirk III) und schließlich 1987 in das Ministerium der NVA nach Strausberg. Im Dienstgrad Oberstleutnant erlebte er die politische Wende in der DDR – eine Zeit der Unsicherheit, Ungewissheit, Gefahr falscher Entscheidungen mit unvorhergesehener Tragweite, der Besorgnis einer militärischen Auseinandersetzung. Von der Familie Wochen getrennt, den Führungsbunker der Dienststelle nicht verlassen könnend, war auch die persönliche Zukunft ungewiss. Erinnerungen wurden wach: Der Prager Frühling, die öffentliche Degradierung von Offizieren....Was erwartete ihn? Ein Befehl zur Waffe zu greifen? Verhaftung? Verfolgung? Er rechnete mit allem nur nicht damit, in das Büro des neuen Ministers (Rainer Eppelmann) berufen zu werden. Als Mitarbeiter im Büro war er derjenige, der dem einstigen evangelischen Ost-Berliner Jugendpfarrer – der zuvor führend in der Abrüstungsbewegung der DDR mit dem Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ engagiert war – in seiner Arbeit unterstützte. Diethelm Kühnert kehrte der Armee den Rücken. Im „Entwicklungsprogramm Führungskräfte Ost“ fand er ab Oktober 1990 neue Zielstellung. Der Aufbau von Versicherungsunternehmen in den neuen Bundesländern zählte zu den ersten Aufgaben. Die erreichten Erfolge führten als Geschäftsführer zu Porsche nach Leipzig (einer der erfolgreichsten Geschäftsführer Deutschlands 1996) und weiter in das Klinikmanagement und den Aufbau von drei Kliniken mit neuen Therapieansätzen (Tauch- und Überdruckmedizin). Die Zerstörung einer Klinik in Dresden während des Hochwassers 2002 und die Entscheidung der Krankenkassen diese Behandlungsart nicht mehr zu bezahlen (2017 vom Ausschuss neuer Untersuchungs- und Behandlungsformen geändert) führten 2007 zur Entscheidung der Auflösung der Kliniken. Im Institut für Zellinformation Karlsruhe war er bis zum 58. Lebensjahr tätig, entschied sich dann für ein Promotionsstudium an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Erfolgreich auch hierbei, ist Diethelm Kühnert indessen mit seiner Promotion (Wirkung von elektromagnetischen Feldern auf die gestörte Mikrozirkulation bei Patienten mit multiblem Organversagen) beschäftigt und mit wissenschaftlichen Vorträgen dazu, auch international präsent. Ausgleich findet er zu Hause als „Pool- und Saunawart“, Gärtner .....und als Leierkastenmann (Veranstaltungen über die Kreisgrenzen hinaus). „Ohne meine Frau Monika (geb. 1953, Hochzeit 1971, gemeinsam stolz auf die Söhne Michael und Dirk) wäre das alles nicht möglich gewesen“ sagt Diethelm Kühnert achtungsvoll anerkennend. Für die gelernte Chemielaborantin war es als Frau eines Militärs viele Jahre selbstverständlich ihre berufliche Tätigkeit den dienstlichen Aufgaben ihres Mannes anzupassen. Viele Jahre arbeitete sie als Zivilbeschäftigte der Armee (Medizinischer und Militärtopographischer Dienst), geht 2018 in die Rente: Zeit sich den sechs Enkeln und dem ersten Urenkelchen zu widmen und weiter die Hobbys Lesen, Sport und Chor zu pflegen.