MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Günter und Dorothea Kürschner
Viele Gemeinsamkeiten
Hauer
Verkäuferin
Innere Lengenfelder Str. 1
08228 Rodewisch
Fon: 03744 / 31917
Beide sind durch ihre Heimat im Vogtland geprägt. Günter Kürschner kam 1939 in Plauen zur Welt, wuchs als Sohn eines Bäckers und Konditors in Rodewisch auf, wohin die Familie 1945 gezogen, da ihre Wohnung ausgebombt war. Nach achtjährigem Schulbesuch begann er eine Bergbaulehre in Freiberg. Der frisch gebackene Hauer erlebte beim VEB Wolfram-Zinnerz in Pechtelsgrün die Praxis seines Berufs. Bis 1964 arbeitete er hier untertage, wurde dann in die Grube Schönbrunn des VEB Fluss- und Schwerspat Lengenfeld umgesetzt. Als er 1971 den gesundheitlichen Belastungen Tribut zollen musste, blieb er im Betrieb, wechselte in die Verladeabteilung. Er qualifizierte sich noch als Kranführer, musste aber in die Arbeitslosigkeit gehen, als der Bergbaubetrieb 1990 geschlossen wurde. Zeitweise konnte er in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in der Schule, in der Gemeinde, in einer Behindertenwerkstatt tätig werden, ehe er 1999 in Rente ging.
Dorothea Kürschner wurde 1942 im kleinen vogtländischen Ort Buchwald geboren, ihr Vater blieb im Krieg vermisst. Nach dem Besuch der Schule im Nachbarort Limbach (1949–1956) begann sie als Verkäuferin in Mylau und übernahm (wie ihre Mutter) Heimarbeit für die Textilindustrie, ehe sie 1957 in einer Pfaffengrüner Täschnerei tätig wurde. Als sie mit der Heirat 1975 nach Rodewisch wechselte, fand sie dort als Verkäuferin bei der Staatlichen Handelsorganisation (HO) und bei der Konsum-Genossenschaft ihre Aufgaben. 1990 fing sie im Eiswagen auf dem Anger an, erfreute bis 1999 die Kundschaft in der Saison mit leckerem Eis und kleinem Imbissangebot.
Ihre Tochter Dörte aus erster Ehe (1966 geboren), die zwei Enkel und das erste Urenkelkind, seine Tochter Steffi (ebenfalls aus erster Ehe, 1967), deren Kind und Kindeskind sind zur gemeinsamen Freude von Dorothea und Günter Kürschner geworden. Seit 1992 bedenkt das Ehepaar mit regelmäßigen Spenden die Arbeit der SOS-Kinderdörfer, möchte andere zu gleichem Engagement ermutigen. Die jährlichen „Schachtertreffen“ der ehemaligen Bergleute gehören für Günter Kürschner ebenso zu seinem heutigen Leben, wie die Mittwochskegelrunden beim TSG Rodewisch. Wichtig ist für beide Eheleute der ehemals elterliche Garten mit Bungalow in ihrem Heimatort Buchwald. Hier verbringen sie in der wärmeren Jahreszeit die meisten Wochen, ja ganze Monate, hier lief ihnen Katze Mucki vor fünfzehn Jahren zu. Hier können sie im Wald Pilze sammeln und Heidelbeeren, mit denen sie dann auch andere Menschen erfreuen.