MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rosemarie und Manfred Kühne
„Gemeinsam geht alles besser!“
Gärtnerin für Obstbau i. R.
Werkzeugmacher i. R.
Frauendorf 9
04668 Grimma OT Frauendorf
Das Paar heiratete am 20. Dezember 1958. Nach der langen Zeit fiebern beide nun ihrer diamantenen Hochzeit entgegen. Mit dieser soll eine harmonische Ehe noch lange kein Ende nehmen, denn in jedem einzelnen dieser vielen Jahre lautete das Motto: „Gemeinsam geht alles besser!“ Und so soll es bleiben.
Geboren wurde Rosemarie Kühne am Nikolaustag 1937 in Leipzig. Vater musste später in den Krieg, aus dem er nicht zurückkam. 1943 ausgebombt, zog Mutter mit Tochter und Sohn zu den Großeltern nach Grauschwitz. Die Schule besuchte sie in Zschoppach und arbeitete anschließend u. a. als Haushaltshilfe auf einem Gut. Neue Tätigkeit fand sie in der Kettschärerei Saxonia und wechselte nach Geburt des ersten Kindes ans Kinderheim Leipnitz. Leider erhielt sie dort keine volle Stelle und nahm 1972 nochmals einen Wechsel in den Obstbau Dürrweitzschen vor. Hier eröffnete sich die möglich, den Facharbeiterabschluss zu erlangen. Rosemarie Kühne stieg zur Arbeitsgruppenleiterin auf. Nach der Wende von einer Entlassungswelle überrollt, erhielt sie umgehend ein Angebot von der Gemeinde, begann als „Mädchen für alles“ im Kindergarten Dürrweitzschen und konnte sich mit 55 Jahren in den Vorruhestand begeben.
Manfred Kühne kam am 12.03.1934 in Frauendorf zur Welt. Insgesamt hatten die Eltern acht Söhne. Nach kriegsbedingt schwierigster Schulzeit ergriff er 1948 bei Textima eine Lehre zum Schlosser, verbrachte ein Jahr bei der kasernierten Volkspolizei und danach entwickelte sich sein Berufsleben prächtig. Für viele Jahre begab er sich auf Montage, baute Textilmaschinen auf und hatte viel Freude an seiner Arbeit. Später kehrte er ans Werk zurück, sattelte zum Werkzeugmacher um und hatte bei eigenverantwortlicher Tätigkeit nochmals einen perfekten Posten inne. Auch er ging mit 55 Jahren in den Vorruhestand. Doch schnell wurde klar: Der Manfred wird gebraucht.. Das Unternehmen holte ihn zurück und er durfte nochmals für 1 ½ Jahre seiner Beschäftigung nachgehen.
Als junge Leute sahen sie sich regelmäßig bei gemeinsamer Busfahrt zur Arbeit. Näher kamen sie sich dann auf dem Tanzboden und beide schwärmen davon, dass früher auf den Dörfern wirklich viel los war.
Viel los war selbstverständlich auch nach Geburt ihrer Kinder. Karin wurde Sekretärin, Steffen Landwirt und Kühnes sind Großeltern eines Enkels.
Die Treffen mit Familie, Geschwistern und Freunden schätzt das kommunikative Ehepaar, das auch im Alter vielseitig interessiert ist, sehr und Manfred Kühne möchte es sich nicht nehmen lassen, seiner Frau unbedingt noch ein Kompliment auszusprechen: „An meiner Frau gibt es nichts auszusetzen!“ Und daraus spricht nichts anderes als purer Stolz.