MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rita Küttner
Kleine Menschen, die aufrichtete
Sprechstundenschwester i. R.
Lommatzscher Str. 18
04720 Döbeln
Rita Küttner, eine charakterstarke Frau, behielt den Kopf immer oben, ließ sich auch von Schicksalsschlägen nicht entmutigen und versteht es noch immer, das Leben zu meistern.
Ihr Wunsch, Krankenschwester zu werden, erfüllte sich nicht, doch mit ihrer Ausbildung zur Sprechstundenschwester war sie ihrem Traumberuf nahe. Die Lehre absolvierte sie an der Kreispoliklinik in Döbeln. Teilweise am Klinikum St. Georg in Leipzig geschult, verlangten die ausbildenden Schwestern ihr alles ab. Doch diese Strenge formte, gab ihr viel mit auf den Lebensweg und beeinflusste in entscheidender Weise.
Nie wollte sie bei einem Kinderarzt und den quengelnden Sprösslingen tätig werden. Dennoch fand sie ihr erstes Betätigungsfeld bei einer Kinderäztin an der Poliklinik in Döbeln, bereute diesen Werdegang nie und ging mit viel Freude ihrer Tätigkeit nach. In der Reminiszenz kann sie zusammenfassen: „Das schönste am Beruf war die Arbeit mit Kindern – kleine Menschen, die auch mich stets aufrichteten.“
Eine nächste Etappe gestaltete Rita Küttner gemeinsam mit Frau Dr. Brendel. Umgezogen in eine Jugendstilvilla mit Ofenheizung, war es häufig sehr kalt, doch mit zwei weiteren Schwestern und einer Fürsorgerin ergab sich eine wundervolle Zusammenarbeit. Auch an Kinderkrippen sowie in der Mütterberatung im Einsatz, erinnert sich Rita Küttner gern der lückenlosen medizinischen Familienbetreuung zu Zeiten der DDR.
1989 verlautete über den Buschfunk der Verkauf besagter Villa. Das Team suchte sich ein neues Domizil, in welchem 2002 die Katastrophe geschah. Das Hochwasser überflutete die Praxis. Alle Daten und Unterlagen wurden zerstört. Daten konnten zum Teil gerettet werden, doch die Patientenakten waren unwiederbringlich verloren. In einem Notdomizil musste alles neu angefertigt werden und Berufskollegen mussten sogar mit Papier unter die Arme greifen.
Ein weiterer Arzt wurde Arbeitgeber und bezog eine neue Praxis, die sich als schön, aber kalt und zugig entpuppte. Erneut wurde umgezogen und in ihrer letzten Praxis blieb die Sprechstundenschwester bis zu ihrer Rente.
Leider verstarb Ehemann Rolf 2005, doch die gemeinsamen Söhne machen sehr stolz. Uwe ist mit Leib und Seele Hubschraubermechaniker. Auch Thomas wurde als Fertigungsmechaniker glücklich und lebt heute in Holland.
Als Rentnerin begann die zweifache Oma, 1949 geboren, intensiv Sport zu treiben. Sie genießt die Stunden mit ihren tollen Freunden, Bekannten und Nachbarn, ist stets bereit für spontane Unternehmungen und als reisefreudige Welteroberin träumt sie derzeit vom schönen Kanada.