MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ingrid und Erwin Kühnappel

Der Lohn der Mühe

Ingrid und Erwin Kühnappel

Köchin und Milchleistungsprüferin i. R.
Traktorenschlosser und Maschinenführer i. R.
Gahlenzer Str. 19
09509 Oederan OT Gahlenz

Ein hartes Leben, geprägt von Arbeit und teilweise großen Entbehrungen, liegt hinter Kühnappels. Ingrid Kühnappel ergänzt salopp: „Wir haben nur geackert.“ Ihr Mann fügt hinzu, dass der Spruch „Was du heute kannst besorgen, …“ immer weiter gebracht hat. Doch jede Mühe wurde belohnt und der Lohn macht dankbar. Ingrid Kühnappel wurde am 13.03.1943 in Mauersberg geboren. Trotz Kriegszeiten erinnert sie sich einer wunderschönen Kindheit, welche sie mit sieben Geschwistern und noch mehr Freunden erleben durfte. 1955 zog die Familie nach Gahlenz, wo der Vater ein Bauerngut erworben hatte. Zwei Jahre später beendete sie die Schule sowie die sich anschließende Lehre an der Landwirtschaftsschule und zahlreiche Herausforderungen warteten schon. U. a. arbeitete sie in der Tierproduktion, ließ sich zur Köchin ausbilden, nähte in Heimarbeit und führte gemeinsam mit ihrem Mann eine Gaststätte. Später qualifizierte sie sich zur Milchleistungsprüferin und zog mit Fahrrad, Moped oder später Trabant von Hof zu Hof, von Ort zu Ort. Wendebedingt musste sie sich mühevoll moderne Computerkenntnisse aneignen. Alles war neu, doch Ingrid Kühnappel meisterte bis 1995 jede einzelne Hürde. Danach war sie gezwungen, Erwerbsunfähigkeitsrente zu nutzen. Erwin Kühnappel wurde am Silvestertag 1938 in Georgenau/Ostpreußen geboren und kriegsbedingte Strapazen, welche der Familie aufgebürdet wurden, wünscht er niemandem. Von acht Geschwistern überlebte eines die Flucht nicht. Angekommen in Seedorf/Mecklenburg, kehrte der Vater 1949 aus russischer Gefangenschaft zurück. Gleichen Jahres verstarb die Mutter. Nicht lange nach erneuter Heirat des Vaters, verstarb dieser 1952 und die gesamte Großfamilie zerfiel. Erwin Kühnappel ließ sich zum Traktorenschlosser ausbilden, leistete Armeedienst und wechselte in die Bergsicherung in Schneeberg. Dort lernte er 1970 seine Frau kennen, heiratete sie 1972, zog zur ihr nach Gahlenz und führte mit ihr die dortige Konsumgaststätte. 1975 bekamen Ingrid Kühnappels Kinder Ralf und Heike aus erster Ehe ihr Schwesterchen Mandy. Mit Baby war das Betreiben einer Gaststätte nicht mehr möglich. Erwin Kühnappel arbeitete als Maschinenführer, bildete sich weiter und avancierte zum Leiter „Transportwesen“.. Schwer erkrankt, begab auch er sich 1990 in Erwerbsunfähigkeitsrente. Neben anstrengender Arbeit hatte er nebenbei von 1975/77 ein Eigenheim errichtet, unterstützte lange Zeit einen Nachbarn beim Hausbau und modernisierte das eigene Haus nach der Wende in großem Stile. Etwas Spaß brachte der Schützenverein. Erwin Kühnappel wurde 1972 Mitbegründer, 1981 Schützenkönig und nach der Wende durfte auch seine Frau beitreten. Noch größere Freude haben die Großeltern allerdings an ihren Enkeln und Urenkeln, doch die gesamte Familie macht stolz.
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