MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prof. Dr.-Ing. Hansjoachim Kühn
Mit vollem Recht, stolz auf das Erreichte zurückblicken
01109 Dresden
Beim Gespräch mit dem Ingenieur Hansjoachim Kühn fällt sofort dessen technischer Sachverstand auf. Blickt er auf sein Leben zurück, so sind es nicht nur die beruflichen Erfolge, die ihn mit Stolz erfüllen, sondern auch die Familie, die Kinder und Enkel. Mit seiner Frau Hannelore ist er seit 1959 verheiratet, der Sohn Jens ist Diplom-Ingenieur für Verkehrstechnik, der Sohn Olaf arbeitet in der gläsernen Manufaktur. Zur Familie gehören drei Enkel, der dreijährige Urenkel Felix ist der ganze Stolz der Familie.
Hansjoachim Kühn wächst in Dresden auf, der Vater ist Architekt, die Mutter Verwaltungsangestellte. Nach der Schule absolviert er eine Lehre als Zimmermann und zieht dann über die Dörfer, wo er Aufträge der dortigen Bewohner erledigt. Als junger Mensch wird er vor allem von seinem Onkel Richard geprägt, der ihm empfiehlt, einen Beruf in der Baubranche zu ergreifen. Im Jahr 1951 erhält er einen der begehrten Studienplätze an der Ingenieurschule in Dresden, das Studium schießt er als Bauingenieur ab.
Während seiner sechsjährigen Tätigkeit als Statiker und Konstrukteur beim Unternehmen IPRO in Dresden ab 1954 absolviert Hansjoachim Kühn ein Fernstudium an der TU Dresden, dass er 1962 als Diplom-Ingenieur für Bauwesen beendet. Anschließend ist er in den verschiedenen Betrieben tätig, bevor er 1967 Technischer Leiter und als Nachfolger von Professor Schmidt später Direktor am Institut für Stahlbeton in Dresden wird. Inzwischen hat er auch erfolgreich seine Dissertation verteidigt und ist zum Professor berufen worden. Als so genannter „Auslandskader“ lernt er Englisch und Russisch, bereist viele Länder, vor allem die Sowjetunion. Seit 1995 genießt Hansjoachim Kühn den wohlverdienten Ruhestand.
Die gesellschaftlichen Umbrüche in der DDR ab 1989 begleitet Hansjoachim Kühn zunächst mit sehr viel Hoffnung, später enttäuscht ihn die Art und Weise, mit der die deutsche Einheit vollzogen wird. Vor allem die Verunglimpfung des Lebenswerkes vieler Menschen gerade aus seiner Generation erfüllt ihn oft mit Zorn. Er selbst blickt mit erhobenen Kopf auf sein Leben zurück und ist auch stolz auf sein Haus, dass er in den Jahren 1972–1974 unter den Bedingungen der Mangelwirtschaft in der DDR selbst erbaut hat.
Hansjoachim Kühn ist ein leidenschaftlicher Reitsportler und hat die Umbauten auf dem Gestüt in Moritzburg Graditz (Hauptgestüt) mit Vehemenz unterstützt. Inzwischen hat er mit seiner Frau fast die ganze Welt bereist. Seine Frau Hannelore pflegt eine sehr schöne Tradition, seit 64 Jahren trifft sie sich mehrmals im Jahr mit ehemaligen Arbeitskollegen. Mit ihr möchte Hansjoachim Kühn noch sehr viele schöne gemeinsame Jahre erleben.