MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Peter Kühne
Zwischen Uniform und Nachtwächterkostüm
Offizier / Stadtführer
Louis-Schlutter-Str. 18
07545 Gera
Geboren 1947 in Riethnordhausen (bei Erfurt), besuchte Peter Kühne die örtliche Schule bis zur 8. Klasse, konnte dann an der Erweiterten Oberschule (EOS) in Neudietendorf, untergebracht im Internat, mit dem Abitur abschließen. Die Lehrausbildung mit dem Facharbeiterbrief als Betonbauer war in die Schuljahre 9-12 integriert. Dann entschied er sich nicht für den einstigen Wunschberuf (Lehrer), sondern für eine militärische Laufbahn. Diese begann auf der Offiziersschule der Landstreitkräfte im sächsischen Löbau. Nach drei Jahren wurde der nunmehrige Unterleutnant in Prora auf Rügen eingesetzt, wurde Zugführer, Batteriechef und besuchte 1974–1977 noch die Militärakademie in Dresden. In Prosa wurde er Stellvertreter Stabschef, eines Regiments. Nach seiner Versetzung in einen Divisionsstab erfolgte der Umzug nach Schwerin. Dort war Hauptschwerpunkt seiner Arbeit die Planung. Als eine Verwandte nach West-Berlin übersiedelte, war die militärische Karriere für Peter Kühne eigentlich beendet. Er diente nach der Versetzung in ein Regiment in einer seiner Qualifikation nicht entsprechenden Stellung. Als im ostthüringischen Seelingstädt ein "Planer" gesucht wurde, nahm er diese Stelle dankend an. Als Leiter der Arbeitsgruppe Planung und Berichtswesen arbeitete er aktiv an der Vorbereitung und Auswertung der Reservistenlehrgänge der Studenten. Nach der Wende wurde er, wie viele ehemalige Offiziere der NVA, durch die "Gesellschaft Ausbildung und Kommunikation" in einer zweijährigen Ausbildung als "Führungskraft für das mittlere Management" qualifiziert. Peter Kühne war nach der Qualifizierung als Stellvertreter des Betriebsleiters eines Hagebau-Auslieferungslagers tätig. Später wurde er Marktleiter eines Leitermann Baumarktes. Zwischenzeitlich vertrieb er Versicherungs- und Finanzdienstleistungen.
Für die historischen Geraer Höhler (mittelalterliche Bierlager) wurde er als Höhlen-Führer geworben, qualifizierte sich dazu ab 2004 auch als Stadtführer, bietet u. a. Nachtwächterführungen an. Zwar ging er 2009 in Rente, doch hat er noch immer Freude, den Gästen Geras die Museen, die Stadt, die Geschichte des einstigen reussischen Fürstentums nahezubringen.
Frau Elzbieta hatte er auf Rügen kennengelernt, 1974 wurde geheiratet, Sohn und Tochter entstammen der Ehe, vier Enkelkinder ergänzen die Familie.