MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prof. Rudolf Kügler
Der Weg ist das Ziel
Maler und Grafiker, Hochschuldozent, emeritierter Professor
Hainbuchenstraße 54
13465 Berlin
Fon: 030 / 40113217
Internet: www.rudolf-kuegler.de
Rudolf Kügler erblickte am 27. September 1921 in Berlin das Licht der Welt. Seine Mutter war Hausfrau, der Vater Kunsttischler und zeichnete viel in seinem Beruf. Er hat den Sohn, wie dieser heute ironisch anmerkt, „infiziert“ für die Kunst.
Nach Besuch der Volksschule trat er zwischen 1936 und 39 eine Kaufmännische Lehre an und erwarb den Kaufmannsgehilfenbrief. Bei Kriegsbeginn wurde er zum Arbeitsdienst eingezogen, von 1940 zum Militärdienst u. a. in Russland und auf Sizilien. Auf der Insel beeindruckte ihn die schöne Landschaft; es entstanden sogar erste Zeichenversuche. In den Ardennen wurde er verwundet. Besonders schmerzlich war die Lähmung der rechten Hand durch eine Kriegsverletzung. 1945 geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
1946 nach Berlin zurückgekehrt, begann er ein zweijähriges Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst in Weißensee. Von 1948 bis 54 studierte Rudolf Kügler an der Hochschule der Künste Berlin und wurde Meisterschüler von Max Kaus. 1950, ein Jahr nach der Gründung der Bundesrepublik und der DDR, übersiedelte er von Ost- nach Westberlin.
In den 50er Jahren unternahm er, zum Teil mit einigen Malerkollegen ausgiebige Studienreisen durch Länder in Europa und Nordafrika. Im Jahr 1956 erlangte er eine Professur an der Hochschule der Künste in Westberlin, erst für die Emaille-Klasse, danach für die freie Malerei. Sein Vater, der Kunsttischler aus der Weimarer Republik, wäre wohl sehr stolz auf den Junior gewesen.
Aber nicht nur die Liebe zur Kunst diktierte seinen Weg, sondern zum Glück auch die Liebe selbst: 1959 ist das Jahr der Heirat mit seiner Ingeburg, die ihm zwei Kinder schenkte: Im selben Jahr die Tochter Clementine und 1963 Sohn Julius.
Die folgenden Jahrzehnte bis 1986, dem Jahr seiner Emeritierung, markieren neben seiner Lehrtätigkeit den Schaffensprozeß für den Großteil seines immensen schöpferischen Werkes, angefangen von Bildern, Collagen, Emaillearbeiten, Zeichnungen, Aquarellen und Radierungen bis hin zu Skulpturen, Strandgutkompositionen und mehreren architektonischen Projekten.
Zahlreiche bedeutende Ausstellungen, Preise und Auszeichnungen begleiten und dokumentieren diesen imposanten künstlerischen Weg dieses wichtigen Vertreters der deutschen Abstrakten Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg. – Wer ist sein Vorbild? Picasso und – ganz klar! – sein Vater. Und wer hat ihn am meisten unterstützt? Auch ganz klar: die Ehefrau.