MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hellmut und Ingrid Kutscher
Goldene Hände
Dreher, Schlosser, Flugmodellbauer
Elektromechanikerin
Grimmaer Str. 14
04668 Parthenstein OT Grethen
Geschickte Hände braucht’s, wenn man im Handwerk bestehen will, Freude am Modellbau haben darf. Hellmut Kutscher gehört zweifelsohne zu jenen, denen „goldene“ Hände mitgegeben wurden.
Geboren 1940 in Grethen (südöstlich von Leipzig), prägte schon der Vater, als Schlosser und Mechaniker für die Fliegerei tätig, seine Berufsauffassung. Bereits in der Schulzeit begann der junge Hellmut mit dem Bau von Flugzeugmodellen, wurde als Kreismeister geehrt. Die Schule besuchte er in Grethen und im Nachbarort Großsteinberg (1946–54). Eine zweijährige Lehre als Dreher und Schlosser absolvierte er beim VEB Mitteldeutscher Feuerungsbau Holzhausen. Danach war er ein Jahr bei der Maschinen-Ausleih-Station (MAS) in Grimma als Dreher tätig, dann zog ihn sein Interesse am Flugwesen zur Armee, erst zur Grundausbildung nach Cottbus, dann zur Mechaniker- und Unteroffiziersausbildung nach Kamenz. Doch die gewünschte Perspektive als Pilot verhinderte in jenen DDR-Zeiten die Verwandtschaft seiner zukünftigen Frau im Westen Deutschlands. Da schied er 1960 aus der Armee aus, begann für kurze Zeit bei der Maschinenbaufirma NAGEMA und dann bis 1968 beim Hartsteinwerk Großsteinberg wieder als Dreher. Hier wie bei seiner nächsten beruflichen Station führte eine auf Vernunft basierende Widerspenstigkeit dazu, dass er als Gruppenführer und überhaupt als Mitglied der „Kampfgruppen der Arbeiterklasse“ ungeeignet erschien. 1968 hatte er zum Baukombinat (BMK) Süd gewechselt, daneben in der Betriebssportgemeinschaft sich Motorrad- und K-Wagen-Rennen gewidmet, sportliche Erfolge als Bezirksmeister erringen können. 1985 ging er als Hausmeister zur örtlichen Jugendherberge, 1989 zum Altstoffhandel (VEB SERO) und nach Einführung der freien Marktwirtschaft 1990 zum KOMM-Baumarkt, wo er in der Sanitärabteilung bis zum Renteneintritt im Jahr 2000 wirkte. Seine Frau (Heirat 1961) wurde als Ingrid Eberts 1941 im nahen Waldsteinberg geboren. Sie besuchte acht Jahre die Schule in Brandis, lernte Elektromechanikerin beim Elektroschaltgerätewerk Grimma im Betriebsteil Borsdorf, arbeitete bis 1979 im Grimmaer Hauptwerk in diesem Beruf. Dann folgten Stationen als Annahmekraft für den VEB SERO, als Reinigungskraft in der Jugendherberge, ehe sie sich mit einem Getränkehandel selbständig machte und für sechs Jahre den Betrieb einer Kegelbahn in der Nachbarschaft eigenständig übernahm. Tochter Gabriele wurde 1960 geboren, drei Enkel kamen zur Freude der Großeltern hinzu.