MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans-Jürgen Kurz

Basteln als Lebensinhalt

Hans-Jürgen Kurz

Brahmsweg 32
06667 Weißenfels
Fon: 03443 / 805951

Der am 31. Juli 1937 geborene Hans-Jürgen Kurz träumt als Kind davon, einmal Konditor zu werden und erlernt schließlich den Beruf eines Elektrikers im VEB Elektrizitätswerk Dessau. Er spezialisiert sich auf den Bau von Freileitungen, lernt nebenbei in der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) Motorrad fahren, wird Fahrlehrer, geht am 9. Mai 1955 zur Kasernierten Volkspolizei (KVP) nach Leipzig und nimmt während der Ausbildung auch an Ernteeinsätzen teil. Er kann über einige Umwege die Fahrerlaubnis erwerben, wird später als Tankwart und Fahrlehrer an die Kfz-Schule der KVP nach Halle versetzt und verpflichtet sich nach der Bildung der Nationalen Volksarmee (NVA) für weitere zehn Jahre. Hans-Jürgen Kurz geht es stets um den Umgang mit der Technik, nicht um eine steile militärische Karriere. Er dient in Zeithain und Halle, kommt zum Motorradgeländesport, und belegt 1960 in Suhl den ersten Platz in der Klasse 125 Kubik der Ausweisfahrer. Er wird Vizearmeemeister bei den Internationalen Armeemeisterschaften in Erfurt. Im Jahr 1966 heiratet Hans-Jürgen Kurz seine Frau Anna-Maria, eine Katechetin, die Tochter Wenke kommt 1966 zur Welt. Seine Frau stirbt 2010. Er qualifiziert sich unaufhörlich, wird Offizier und Zugführer eines Instandsetzungszuges und holt an der Volkshochschule die 10. Klasse und das Abitur nach. Dazu kommen zwei Ingenieurstudien für Kfz-Instandsetzung und für Landtechnik. „Ich habe insgesamt neun Jahre nach Feierabend die Schulbank gedrückt“, schildert Hans-Jürgen Kurz die damalige Situation. So steigt er beruflich weiter auf, zunächst zum Leiter des Kfz-Ersatzteillagers der Division, wo er 1978 die Lagerung der Einzelteile so strukturiert (Lagerortbestimmungssystem), dass sie auch für Laien leicht zu finden sind. Dafür bringt er viele Stunden seiner Freizeit auf. Allerdings kann er diesen Erfolg nicht als Neuerervorschlag einreichen, da sie theoretisch bereits in einer Diplom-Arbeit entwickelt worden ist. Am 1. August 1988 verlässt Hans-Jürgen Kurz die Armee als Oberstleutnant a. D., arbeitet jedoch als Zivilbeschäftigter weiter. Ab 1990 lernt der erfahrene Militär Offiziere der Bundeswehr kennen, die zwar mit nicht allzu viel Sachkenntnis, aber auch ohne Vorurteile im Standort ankommen. Zwei Jahre später geht Hans-Jürgen Kurz in den Vorruhestand und arbeitet noch im Service des Mercedes Benz Autohauses in Halle. Seit dem Jahr 2000 ist er Rentner. Seine Lebensgefährtin Wally Schönlein kennt er seit vier Jahren und vier Monaten. Bei einem ersten gemeinsamen Essen wählen sie die Menünummer 93, seitdem weiß Hans-Jürgen Kurz, dass er 93 Jahre alt werden will. An jedem siebenten des Monats kehrt er mit seiner Lebensgefährtin in die bewusste Gaststätte ein, um Ort und Tag ihres Kennenlernens gebührend zu begehen.
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