MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ellen Kusatz
Wer Kindern Liebe gibt
Rentnerin
Zerbster Str. 2
12627 Berlin
Vom Vater auf die Tochter, die wiederum auf die eigene Tochter, der pädagogische Beruf zieht sich durch die Familie. Geboren 1930 in Vogelsang am Rande der Oderniederungen südlich von Frankfurt/Oder, prägten die ständigen Versetzungen ihres Vaters von einer Schule an die andere die Jugend von Ellen Kusatz. Da die Mutter früh verstarb, zogen die Großeltern sie und ihre beiden Brüder auf. Mit dem Vater wurde die Schule, der Wohnort gewechselt, aber 1947 schloss sie die 10. Klasse ab, konnte 1948 die Ausbildung zur Kindergärtnerin beginnen und 1951 nach einjährigem Praktikum mit dem Staatsexamen abschließen. Vom Betriebskindergarten wechselte sie mit dem Umzug nach Berlin als Leiterin zu einer städtischen Einrichtung, später in ein Kinderwochenheim der Gewerkschaft. Als 1955 die Nachmittagsbetreuung der Schulkinder eingeführt wurde, ging sie als Horterzieherin an eine Schule in ihrem Stadtbezirk, war für Kinder von der 1. bis zur 8. Klasse da. Dazu legte sie extern die Lehrerprüfung (Unterstufe Deutsch, Mathematik, Musik) ab, besuchte ebenso die Parteischule, arbeitete danach als Instrukteurin. Dann forderte für zehn Jahre die Familiengründung (Heirat 1958) mit den beiden Kindern ihr Recht, danach stieg sie wieder als Hortnerin ein. Nun waren nur noch die Klassenstufen 1 bis 4 in der Betreuung. Sie arbeitete als Hortleiterin, beschränkte sich aufgrund gesundheitlicher Probleme in den letzten Jahren bis zur Rente auf erzieherische Aufgaben. Die Pestalozzi-Medaille und die Dr.-Theodor-Neubauer-Medaille würdigten ihre Leistungen bei der Entwicklung der heranwachsenden Generationen.
Doch die eigenen Kinder (die Tochter ist als Lehrerin heute an einer Ganztagsschule tätig), danach die Enkelkinder forderten ebenso ihr pädagogisches Geschick, ihre Liebe, ihre Hilfe, ihre Fürsorge. Die Enkelinnen begleitete sie zum Ballettunterricht, den Enkelsohn zum Kampfsport, entlastete so die beruflich eingespannten Eltern. Zu den vier Enkelkindern konnte sie inzwischen vier Urenkel in ihr Herz schließen.
Ellen Kusatz hatte Freude am Singen im Chor und an der Gemeinsamkeit in der Wandergruppe. Bis heute gehören Handarbeiten und die Lösung von Rätselaufgaben zum täglichen Programm.