MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dagmar und Siegfried Kuhrt

Sie gehen gemeinsam durch dick und dünn

Dagmar und Siegfried Kuhrt

Beethovenstr. 26
06749 Bitterfeld-Wolfen

Sie haben schwere Zeiten durchlebt und bis heute zusammengehalten. Dagmar und Siegfried Kuhrt aus Bitterfeld-Wolfen wollen auch in Zukunft gemeinsam gut über die Runden kommen. Dagmar und Siegfried, die beide eine Scheidung hinter sich haben, sind seit 1990 miteinander verheiratet. Kennengelernt haben sie sich während einer Kur in Bad Gottleuba. Dagmar hat drei Kinder aus ihrer ersten Ehe und inzwischen drei Enkel. Sohn Henner, geboren 1964, ist Chemieingenieur. Tim, Jahrgang 1968, arbeitet als Speditionskaufmann. Henrike, die 1970 zur Welt kam, ist bei einer Arbeitsagentur beschäftigt. Dagmar Kuhrt kam als Tochter einer Postangestellten und eines Tabakwaren-Geschäftsinhabers 1938 in Sandersdorf zur Welt. Sie ging nach der Grundschulzeit (1944–1952 in Sandersdorf) von 1952–1956 auf die Erweiterte Oberschule in Bitterfeld und machte dort ihr Abitur. Ein Mathematikstudium wurde ihr verwehrt, weil sie kein Arbeiterkind war. So trat sie eine Lehre zur Apothekenhelferin an (1956–1958). Dagmar Kuhrt qualifizierte sich weiter bis zur Pharmazie-Ingenieurin (sechs Jahre Fernstudium) und übernahm in leitender Stellung zunehmend Verantwortung. Nach Abwicklung der Betriebsapotheke des Bitterfelder Chemiekombinates erhielt sie 1993 die Kündigung und arbeitete dann als Pharmazie-Ingenieur in der Apotheke im Halle-Center Peißen. 1998 wurde Dagmar Kuhrt Rentnerin und arbeitete bis Ende November 2013 in einem Minijob in dieser Apotheke weiter. Ihr Ehemann Siegfried (zwei Söhne aus erster Beziehung, Sohn Michael ist U-Bahn-Fahrer in Berlin, der andere Sohn lebt nicht mehr), geboren 1934 in Leipzig, fühlt sich bis heute als Berliner. Dort verbrachte er viel Zeit, bis seine Familie durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges ausgebombt wurde. Er kam ins sächsische Frohburg, ging dort zur Schule und besuchte später die Arbeiter- und Bauernfakultät (ABF). Nach seinem Studium an der Akademie für Staat und Recht (in Potsdam-Babelsberg) arbeitete er im Berliner Außenministerium. Es gab Differenzen mit der Partei, Siegfried Kuhrt verließ das Ministerium auf eigenen Wunsch, orientierte sich beruflich neu und ging als Diplomstaatswissenschaftler in die Industrie. Darauf ist der überzeugte Kommunist bis heute stolz. Sein zweites Studium als Ing.-Ökonom im vierjährigen Abendstudium sicherte ihm die nötige Qualifikation. So war er in den folgenden Jahren ökonomischer Direktor im Berliner Bauwesen, danach stellvertretender Direktor für internationale Beziehungen des VVB Leichtchemie. Die Wende 1989 zwang ihn 1990 wie viele Tausende mit 56 Jahren in die Arbeitslosigkeit. Sein weiterer Weg war steinig und bestimmt von mehreren Krankheiten. Heute stützen sich die Eheleute, gesundheitlich bewegungseingeschränkt, so gut sie können. Ihr größter Wunsch ist es, nicht in einem Pflegeheim ihre letzten Lebensjahre verbringen zu müssen, sondern ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben im Alter führen zu können. Dagmar und Siegfried Kuhrt wollen auch weiterhin füreinander da sein. Sie sind stolz auf das Gemeisterte und Erreichte – trotz aller Schwierigkeiten - sowie auf ihre Beziehung.
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