MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Guntbert Kuhnitzsch
Praktisch veranlagt
Maschinen- und Traktorenschlosser
Kfz-Elektriker
Zur Sandmühle 21
04779 Wermsdorf OT Calbitz
1933 in Leipzig geboren, wuchs Guntbert Kuhnitzsch in dem kleinen Dorf Calbitz südlich der Dahlener Heide auf. Seine Eltern arbeiteten bis 1945 auf dem unweit gelegenen Rittergut in Kötitz, so dass er wie sein bereits im Jahr 2000 verstorbener Zwillingsbruder zeitig im Leben mit der Landwirtschaft, ihren Notwendigkeiten und Gepflogenheiten vertraut wurde. Eine ärmliche Kindheit war ihnen beschieden, erzog zur Arbeit und zur Sparsamkeit. Schon als Kinder halfen sie dem Bauern beim Rübenverziehen. Ein kleiner Garten, etwas Vieh gehörte selbstverständlich zum familiären Geschehen. Die örtliche Schule besuchte er von 1940 bis 1948. Nach dem Abschluss der 8. Klasse half er seinem Vater in Feld und Stall, denn dieser hatte in den Nachkriegsjahren durch die Bodenreform eine Neubauernstelle erhalten können. 1952 begann Guntbert Kuhnitzsch, allem technischen gegenüber aufgeschlossen, als Traktorist auf der Maschinen-Traktoren-Station (MTS), die den Bauern der Umgebung den Einsatz landwirtschaftlicher Gerätschaften (die sich für den Einzelunternehmer nicht gerechnet hätten) ermöglichte. In den Jahren 1954 bis 1957 verpflichtete er sich zur Kasernierten Volkspolizei (Bereitschaftspolizei). Dann kehrte er als Traktorist in die Heimatgemeinde zurück, doch Traktorfahren war unter seinerzeitigen technischen Bedingungen ein sehr harter Beruf. Gesundheitliche Gründe veranlassten ihn, in die Werkstatt zu wechseln, später in einer Umschulung seinen Facharbeiterbrief als Maschinen- und Traktorenschlosser nachzuholen. Die familiäre Landwirtschaft hatte daneben immer zu seinem Leben gehört. Als sein Vater in die dann gegründete Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) eintrat, wurde diese auch für Guntbert Kuhnitzsch Arbeitgeber für lange Jahre bis zum Vorruhestand 1990. In seiner beruflichen Verantwortung hatte er sich bald auf die Elektrik spezialisiert, ein Abschluss als Kraftfahrzeugelektriker gab ihm dazu das nötige Fundament.
Seine Frau Brigitte (Heirat 1957, Jahrgang 1937, im Jahr 2013 verstorben) war gelernte Werkzeugmacherin und arbeitete in verschiedenen Industriebetrieben zwischen Leipzig und Oschatz. 1956 wurde ihnen Sohn Frank geboren, 1958 folgte Tochter Annette. Vier Enkelkinder bereicherten dazu ihr Leben. Sechzig Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes zeugen von der Heimatverbundenheit von Guntbert Kuhnitzsch.