MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Volker Krüger
Ein Sofa schreibt Theatergeschichte
Direktor Stadttheater Glauchau
Theaterstraße 27
08371 Glauchau
Fon: 03763 / 2421
Internet: www.stadttheater.glauchau.de
Es ist von roter Farbe, steht im Foyer des Stadttheaters Glauchau und wurde ein berühmtes Requisit. Auf dieses Sofa bittet Direktor Volker Krüger prominente Künstler, die in seinem Haus auftreten.
Volker Krüger hatte Bühnenbildner werden wollen und nach dem Abitur Dekorateur gelernt. 1971 kommt der gebürtige Glauchauer zum Stadttheater. Damals ein Kulturhaus, dessen Leitung er übernimmt. Als Fernstudent belegt er in Meißen und Berlin die Fächer Kulturwissenschaft, Regie und Dramaturgie.
Eine gewisse „Theaterverrücktheit“ brauche es, wolle man Mittelmäßigkeit begegnen, so Volker Krüger. Außergewöhnliches mit viel Liebe zum Detail, das sei sein Anspruch. Den trage auch das gesamte Personal mit.
Künstler und Ensembles aus über 70 Ländern hat Direktor Krüger nach Glauchau geholt. Zu DDR-Zeiten habe er manchmal den „erlaubten“ Weg verlassen, um Künstlerprominenz zu verpflichten oder Marmor für den Roten Salon zu beschaffen, erzählt er.
Viele Ensembles und Weltstars standen auf der traditionsreichen Bühne: Richard Kleydermann, Armin Müller-Stahl, Montserrat Caballé, Iwan Rebroff … Ein Hauch von Vatikan wehte 2008 durch das Haus, als das Papstorchester hier gastierte.
Insbesondere nach 1990 hat sich das Stadttheater zu einem Kleinod entwickelt, das weit über die Region zum Anziehungspunkt hochkarätiger Kunst und Kultur geworden ist. Dies zu betonen, darauf legt der Direktor Wert. Auch das Gebäude und die Inneneinrichtung haben unter seiner Leitung die elegante und faszinierende Art-deco-Optik wieder erlangt. „Große Vielfalt in kunstvoller Mischung ist unser Erfolgsgarant“, beschreibt Volker Krüger sein Konzept. „Wir arbeiten effizient auf hohem Niveau, kompensieren reduzierte Ressourcen durch mehr Kreativität und modernes Theatermanagement.“
Volker Krüger, Jahrgang 1944, ist tief verwurzelt mit seiner Geburtsstadt und dem Theater. Lukrative Angebote zur Leitung anderer Häuser hat er immer ausgeschlagen und „es nie bereut“.
Freie Wochenenden kennt der Theatermann kaum. Trotzdem schafft er es, seinem Karnevalsclub die Treue zu halten. Und das seit vierzig Jahren.
Der „bekennende“ Jaguarfahrer Krüger ist auch Mitglied im Jaguarclub. Dass er sein zeichnerisches Talent so wenig ausleben kann, bedauert er. Doch zum Malen fehlt ihm oft die Zeit.
Volker Krüger trennt nicht zwischen Arbeit und Lieblingsbeschäftigung. Das eine ist auch das andere. Und so soll es auch bleiben. Wenn er nach Erreichen der Altersgrenze aus den Theaterdiensten austritt, wird er eine internationale Konzertdirektion betreiben.