MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans-Ulrich Krüger
Ein Herz für die Eisenbahn
Diplomingenieur für Eisenbahnsignal- und Fernmeldetechnik
06773 Gräfenhainichen
Sein ganzes Berufsleben war mit der Eisenbahn und der Braunkohle eng verbunden. Der gebürtige Torgauer Hans-Ulrich Krüger, Jahrgang 1934, ist quasi auf der Lok großgeworden. Sein Vater Herbert, stets Vorbild für ihn gewesen, war Lokführer, die Mutter Hausfrau und einer seiner drei Brüder verdiente ebenso als Eisenbahner seine Brötchen. Da war es naheliegend, dass Hans-Ulrich Krüger aus Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt auch zur Bahn wollte. Eisenbahn-Maschinentechnik zu studieren, dieses Ziel hatte er nach der 12. Klasse fest vor Augen. Der Mann aus Sachsen war von 1957-2015 verheiratet mit seiner Frau Inge (gelernte Friseuse) bis zu deren Tod. Aus der Ehe ging Tochter Andrea hervor, die 1957 geboren wurde, die einen Sohn hat, und als Sportjournalistin in Berlin arbeitet. Nach dem Abitur 1952 fing Hans-Ulrich Krüger am 1. September bei der Signal- und Fernmeldemeisterei Falkenberg als Praktikant an. 1953 begann er mit seinem vier Jahre dauernden Studium Eisenbahnsignal- und Fernmeldetechnik an der Hochschule für Verkehrswesen in Dresden. Danach schlossen sich fünf weitere Jahre seiner Assistentenzeit an der Hochschule an, denn Hans-Ulrich Krüger wollte promovieren. Bereits während des Studiums hatte er geheiratet und wurde Vater, so dass die junge Familie eine Wohnung benötigte. In Dresden, wo er übrigens auch Handball spielte und Sektionsleiter an der Hochschule war, schien es kurzfristig aussichtslos, eine Wohnung zu bekommen. Die Absicht zu promovieren, hatte sich somit zerschlagen und Familie Krüger zog 1963 nach Gräfenhainichen. Hans-Ulrich arbeitete als Technologe für Sicherungs- und Fernmeldetechnik in der Projektierungsvorbereitung, während seine Frau als Sachbearbeiterin bei der Bahnmeisterei beschäftigt war. Aus gesundheitlichen Gründen konnte sie ihren Beruf als Friseuse nicht mehr ausüben. 1968 erfolgte die erste Kombinatsbildung und Hans-Ulrich Krüger stieg zum Hauptabteilungsleiter auf. Er trug Verantwortung für fünf Abteilungen mit 220 Beschäftigten. Mit Beginn der zweiten Stufe der Kombinatsbildung 1980 wollte er in die Forschung. Doch der Generaldirektor des den linkselbischen Raum umfassenden Braunkohlenkombinates Bitterfeld setzte ihn als Leiter für den Stabsbereich Bahnen ein. So hatte er neben den vielfältigen Aufgaben aus der Vorbereitung von Investitionen, der Sicherheit im Bahnbetrieb und der täglichen Betriebsführung auch Bahnbetriebsunfälle zu untersuchen, wozu bis zur Wende etwa 30 Unfälle dieser Art gehörten. Nach der Wende wurde er trotz Vorruhestandsregelung immer wieder gebraucht und zog 1994 selbst den Schlussstrich unter sein erfolgreiches Berufsleben mit vielen Ehrenämtern, das mit der Verdienstmedaille der Kohleindustrie in Silber gekrönt wurde. Das Reisen, besonders nach Skandinavien, sein Garten und die Pflege von Bergbautraditionen in der Region bestimmen heute sein Leben. Hans-Ulrich Krüger ist stolz auf das Erreichte, auf seine Tochter und seinen Enkel.