MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Herbert und Waltraud Krüger

„Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen.“ (Konfuzius)

Herbert und Waltraud Krüger

Oststr. 74
08233 Treuen
Fon: 037468 / 2688

„Sechzig Jahre sind wir jetzt hier...“ erzählt der 1937 im Dorf Vessin (heute Polen) als Sohn von Landwirten geborene Herber Krüger. 1943–1953 hat er die Schule besucht, mit Unterbrechung 1945, als Flüchtlinge im Schulgebäude untergebracht waren. Ab 1953 arbeitete er in der Landwirtschaft Vessin – ungelernt, denn er war der einzige Verdiener der Familie, für eine Ausbildung war keine Zeit. Im Juli 1957 erfolgte die Umsiedlung der Familie (Grundlage: Adenauer-Gomulka-Abkommen) nach Treuen. Er suchte Arbeit, war für einen Monat in einer Stickerei tätig, danach in der Hofbrigade in den RENAK-Werken. Hier durchlief er in Folge verschiedene Abteilungen wie Stahllager, Dreherei, Läpperei, Härterei, Prüferei, wurde gerne so verschieden eingesetzt, wegen seines guten Geschicks und Fleißes. Körperlich schwere Arbeit verrichtete er so bis zum April 1990. Im Mai des Jahres kurzzeitig entlassen, wurde er wenig später wieder eingestellt für den Rückbau des Betriebes. Im Juni 1991 konnte er von der Übergangsregelung Gebrauch machen und in den vorzeitigen Ruhestand treten. Seit 1957 ist er mit seiner Frau Waltraud verheiratet, feierte im Jahr 2017 die Diamantene Hochzeit mit ihr. Vier Kinder konnten sich mit ihnen über das Ereignis freuen. Heidelore (geb. 1956, verstorben 2006), Wolfgang (geb. 1958), Steffen (geb. 1962) Steffi (geb. 1963), Katrin (geb. 1972) haben für dreizehn Enkel und zwei Urenkel gesorgt. Waltraud Krüger schätzt an ihrem Mann die Hilfsbereitschaft, Aufmerksamkeit und seinen Fleiß. Sie wurde als Waltraud Kurrasch 1936 in Reitz (ebenfalls im heutigen Polen) geboren. Auch ihre Eltern waren Landwirte und nach der Schule – mit 16 Jahren – arbeitete sie bereits in der Landwirtschaft mit. 1957 in Treuen angekommen, kümmerte sie sich erst um die Kinder, arbeitete dann stundenweise als Raumpflegerin. Später war sie in Heimarbeit (gezeckelt) mit Arbeitsvertrag in einem Industriebetrieb beschäftigt. In den 70-er Jahren nahm sie die Arbeit im VEB Plauener Spitze auf, erlebte hier die Wende. Die dadurch bedingten Strukturänderungen führten auch für sie im Oktober 1990 über den Vorruhestand in die Rente. Mit ausgeprägtem Familiensinn, Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft hielt sie über all die Jahre die Familie beisammen. Heute danken es die Kinder den Eheleuten. Ostern und Weihnachten gibt es jedes Jahr Einladungen und bei ihrer Zwiesprachen mit Gott bedankt sie sich für den Weg den ihre Kinder genommen haben und wünscht allen und sich selbst Gesundheit und ein glückliches Leben. Herzprobleme fordern heute das Beschränken der Aktivitäten auf Haus, Familie und insbesondere die Enkel und Urenkel. Ihren Garten mussten die Krügers aufgeben. Kurreisen haben die früheren Privatreisen abgelöst. Und die Fußballleidenschaft von Herbert Krüger (einst begeisterter Fußballer, später Trainer und ab 1972 Schiedsrichter) umfasst seit 2002 mehr den Beobachterstatus statt den aktiven Bereich. „Hier möchte ich bleiben....“ sagte der Aussiedler 1957, als er vom Berg auf Treuen herabblickte. Und ergänzt heute: „Es haben sich hier all unsere Ziele erfüllt.....“. Wenn der Rückblick auf ein Leben so zufrieden ist, dann ist das Leben gut verlaufen.
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