MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Horst Krummrich

Sein Interesse für Technik und Geschichte ist ungebrochen

Horst Krummrich

Diplomingenieur (FH) für Elektrotechnik
99084 Erfurt 

Er blickt auf ein erfülltes Leben zurück. Horst Krummrich aus Erfurt, seit 1967 verheiratet mit seiner Ingrid (studierte Pharmazieingenieurin), Vater eines Sohnes (Robert, geboren 1972) und Großvater von drei Enkelkindern, hat sich schon immer für Technik und Geschichte interessiert. Das wird in seinem langen Berufsleben und auch im ehrenamtlichen Engagement für seine Thüringer Heimat deutlich. Obwohl er längst Rentner ist, betreibt der ausgebildete Diplomingenieur (FH) für Elektrotechnik zusammen mit seiner Ehefrau noch immer eine Zimmervermietung in der Altstadt von Erfurt. 1940 in Thüringens heutiger Landeshauptstadt zur Welt gekommen, ging Horst Krummrich dort acht Jahre lang zur Schule (1947-1955). Das Abitur holte der Thüringer, der bei seinen Großeltern mütterlicherseits aufwuchs und besonders vom Handwerk des Großvaters als Bühnenmeister an einem Theater sehr geprägt war, auf der Abendschule nach. Während dieser Zeit leistete Horst Krummrich freiwillig Dienst bei den Seestreitkräften an der Ostsee in Peenemünde. Das war eine wichtige Voraussetzung für die spätere Zulassung zum Studium. Ursprünglich wollte er Koch werden, doch durch den Einfluss seines Großvaters entschied sich Horst Krummrich für eine Lehre zum Elektromonteur. Er ließ sich drei Jahre beim Starkstromanlagenbau in Erfurt ausbilden und qualifizierte sich während eines Studiums drei weitere Jahre an der Ingenieurschule in Wismar. 1964 kehrte Horst Krummrich wieder in seinen Betrieb nach Erfurt zurück, der ihn delegiert hatte. Als frischgebackener Ingenieur für Technische Geräte und Anlagenbau wurde er im Montagebereich eingesetzt und arbeitete dort bis 1972. Beim Rat der Stadt Erfurt erhielt er, inzwischen junger Familienvater, zu dieser Zeit die Chance, sich beruflich neu zu orientieren, was mit einer Dreiraum-Neubauwohnung verbunden war. Horst Krummrich griff zu und arbeitete bis 1982 als Technischer Leiter des Sportstättenbetriebes seiner Stadt. Als der Ingenieur in seinen „alten“ Betrieb zurückkehrte, sollte das in der Montageabteilung bis zur Rente für ihn so weitergehen. Doch die Wende kam dazwischen, das Kombinat für Starkstromanlagen dümpelte vor sich hin, bis der Siemenskonzern 1993 den Betrieb übernahm und umstrukturierte. Aus den Montageingenieuren wurden plötzlich Vertriebsingenieure, die Aufträge zu akquirieren hatten. 1996 sah sich Horst Krummrich als einer der ältesten „aussortiert“ in der Firma und wurde mit einer Abfindung entlassen. Seiner Frau erging es in „ihrer“ Apotheke ähnlich, aber sie konnte schnell wieder im Beruf tätig werden. Für ihn folgten Zeiten der Arbeitslosigkeit und befristeter Arbeitsverträge auf dem Bausektor, später als Brauer in einer Gaststätte, die das historische Bier „Erfurter Schlunze“ als regionale Spezialität anbot. Mit 63 Jahren ging Horst Krummrich in Rente. Mitte der 1990er Jahre hatten er und seine Frau ein Grundstück erworben, auf dem der Hausherr ein ruinöses Haus aus der Zeit des Mittelalters wieder komplett aufbaute. Seit 1998 befindet sich in der Marbacher Gasse 11 die Zimmervermietung „Haus zum großen Christoffel“. Horst Krummrich ist glücklich und zufrieden mit seinem Leben. Er ist stolz auf seinen beruflichen Werdegang, auf seine Familie und er lebt gern in Thüringen. Er sieht sich als Mitbegründer des Erfurter Bismarckturmvereins, der sich um die Rettung des Denkmals gekümmert hat. Heute befindet sich der über hundertjährige Turm in einem vorzeigbaren Zustand. Auch im Stadtmuseumsförderverein hat sich Horst Krummrich viele Jahre mit eingebracht.
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