MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans und Hanna Krumbiegel

Unter bescheidenen Verhältnissen zufrieden sein können

Hans und Hanna Krumbiegel

Schuhfacharbeiter
Weberin
Bismarckstr. 27

01683 Nossen

Hans und Hanna Krumbiegel blicken auf ein schweres Leben zurück. Trotzdem sind sie immer nette und hilfsbereite Menschen geblieben. Sie heiraten 1955 in Nossen. Im Jahr 1963 wird der Sohn Frank geboren, der heute im Justizministerium in Dresden arbeitet. Die Schwiegertochter ist selbstständig und betreibt ein Kosmetikgeschäft mit Fußpflege. Zur Familie gehört auch die Enkelin Marlene, auf deren Besuch sich die Oma immer wieder freut. Sie deutet liebevoll auf ein Bild, das sie im Kreise ihrer Familie zeigt. Sie freut sich immer wieder über den guten Zusammenhalt in der Familie. Hanna Krumbiegel wird 1932 im ostpreußischen Allenburg geboren, die Mutter sorgt als Hausfrau für das Wohlergehen der Familie, der Vater wird noch in den letzten Kriegstagen zum „Volkssturm“ geholt. Sie sind fünf Kinder in der Familie, die nach langem Widerstreben der Mutter 1945 ihre Heimat verlassen muss. Die Schwester verhungert, nachdem der Treck von der Roten Armee eingeholt worden ist, müssen sie auf dem Feld arbeiten, die Kinder erleben simulierte Erschießungen und Vergewaltigungen mit. Ein Jahr lebt die Familie in Litauen, wo die Kinder auf verschiedene Höfe aufgeteilt werden, im August 1948 kommt sie in Nossen an. Nach der Schule arbeitet Hanna Krumbiegel als Haushälterin bei einer Arztfamilie, später in einer Weberei und ist schließlich bis 1989 Brigadierin. „Ich bin immer gern auf Arbeit gegangen, das Betriebsklima war sehr gut“, erinnert sie sich an eine schöne Zeit. Sie geht mit 55 Jahren in den Vorruhestand und ist seit 1994 Rentnerin. Hans Krumbiegel wird 1931 in Nossen geboren. Die Mutter wird im Krieg dienstverpflichtet, der Vater ist „Werkführer“ in einer Papierfabrik, also Meister. „Wir waren fünf Jungen zu Hause, ich war der Jüngste, alle anderen sind schon tot“, erzählt Hans Krumbiegel. Ab 1937 besucht er acht Jahre die Volksschule, im Jahr 1945 muss er erleben, wie ein Tiefflieger extra auf ihn zielt, als er sich auf einem freien Feld aufhält. Nach der Schule beginnt Hans Krumbiegel eine Lehre in der Nossener Hausschuhfabrik, in der auch der große Bruder arbeitet. Hier lernt er mit Leder zu arbeiten. 1956 wechselt er in die Meißner Schuhfabrik. Bis 1989 ist er hier tätig, mit dem Einzug neuer gesellschaftlicher Verhältnisse wird auch sein Betrieb abgewickelt, die Arbeiter werden schubweise auf das Arbeitsamt bestellt, um ihnen die Entlassung mitzuteilen. Hanna und Hans Krumbiegel schätzen Ordnung und gute Formen des Umgangs miteinander. Bis heute halten sie sich bei der Arbeit im Garten fit und treffen sich gern mit Freunden. Sie wollen vor allem noch lange gesund bleiben.
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