MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Geralde und Günther Krumke
Steine, nicht nur vom Herzen gefallen
Schlosser i. R.
Textilzeichnerin i. R.
Marbacher Str. 23
09661 Striegistal OT Berbersdorf
Nur wenige Steine wurden Geralde und Günther Krumke auf ihren Lebensweg gelegt, der sich bei beiden im Tal des kleinen sächsischen Flüsschens Striegis erstreckte. In Mobendorf kam Geralde Krumke auf die Welt (1951), wuchs im nahen Hainichen auf, wo sie an der Eduard-Feldner-Schule mit der 10. Klasse abschloss. Bei der renommierten Firma Uhlemann & Lantzsch wurde sie als Textilzeichnerin ausgebildet, besuchte die Berufsschule in Plauen. Sie lernte das Entwerfen und Zeichnen der Muster für die hier betriebene Stoffdruckerei (für Bettwäsche, Bademoden u. a.), übte den Beruf bis zur Geburt der Tochter Yvonne 1973 aus. Nach drei Jahren kehrte sie ins Berufsleben zurück, arbeitete nun für den VEB Vegro-Kirschau Werk Pappendorf. Dann forderte 1977 die Geburt des Sohnes Michael wieder häusliche Zeit. Bei der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in Berbersdorf fand sie 1980 Arbeit im Büro, für die sie sich entschied, weil nur wenige Meter vom Wohnhaus der Familie entfernt. Als die LPG 1990 aufgelöst wurde, ergaben sich (meist zeitlich befristete) Aufgaben im Landratsamt, beim Mittelsächsischen Kultursommer (hier konnte sie wieder kreativ sein, zeichnete Kulissen und Figurinen u. a. für Märchenvorstellungen), folgten Umschulungs- (Werbekauffrau) und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (naturnah bei der Landschaftspflege).
Günther Krumke wurde schon in Berbersdorf geboren (1951), schloss hier die 8. Klasse, im Nachbardorf Böhrigen die 10. Klasse ab. An der Betriebsschule in Röcknitz (bei Wurzen) wurde er in zwei Jahren als Schlosser für die Natursteinindustrie ausgebildet, dann folgten 45 Jahre im Betrieb, damals Hartsteinwerk Berbersdorf. Bis zu 900.000 Tonnen Split und Schotter verließen jährlich den Steinbruch, in dessen Nähe er schon aufgewachsen war. Er wurde in späteren Jahren als Schichtleiter und Vorarbeiter eingesetzt, blieb als die Firma zur Westsächsischen Steinwerke GmbH umfirmierte und arbeitete, als die Flutwelle 2002 sogar die kleine und große Striegis heimgesucht hatte, mehrere Jahre als Vorarbeiter in den Betriebsteilen Diethensdorf und Hartmannsdorf bis zum Renteneintritt 2014. Nun haben beide mehr Zeit, sich dem Garten, dem Geflügel, den Hasen zu widmen. Zudem erfreuen sie vier Enkelkinder. Bei der Freiwilligen Feuerwehr waren sie jahrzehntelang aktiv, sind ihr als Senioren noch immer verbunden. Günther Krumke engagiert sich zudem bei der SG 1899 Striegistal (Fußball).