MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Susanne und Dieter Kronschwitz
Fröhlich bleiben und leben
Fachverkäuferin und Dreher
07546 Gera
Nicht alles war einfach im Leben. Deshalb sind Susanne und Dieter Kronschwitz dankbar, heute gemeinsam die Zeit zu genießen, bei der Freude am Kochen, beim familiären Zusammensein mit dem Sohn, der Schwiegertochter und den beiden Enkeln und dem Urenkel.
Susanne Kronschwitz wurde 1940 in Rudolstadt-Volkstedt geboren, wuchs in Unterweißbach auf. Das örtliche Bad, wo der Vater Schwimmmeister war, wurde für sie und ihren Bruder das Zuhause. Nach der 8. Klasse begann sie 1955 eine zweijährige Lehre zur Fachverkäuferin Textil bei der staatlichen Handelsorganisation (HO). 1958 wechselte sie in das HO-Kaufhaus in Rudolstadt, wurde selbst noch jung an Jahren ab Februar 1959 bereits als Lehrausbilderin eingesetzt, betreute bis zu 150 Lehrlinge. Als sie nach der Heirat 1965 nach Gera zog, blieb sie eine Zeit lang Hausfrau, fing 1968 als Sachbearbeiterin beim VEB Baustoffversorgung an, entwickelte sich bis zur Abteilungsleiterin. Die neuen wirtschaftlichen Strukturen brachten ihr 1991 die Arbeitslosigkeit, doch 1992 nutze sie die Chance, beim Geraer Versorgungsamt als Sachbearbeiterin einsteigen zu können. Bis zur Rente 2001 freute sie sich an der neuen Aufgabe.
Dieter Kronschwitz ist gebürtiger Geraer, Jahrgang 1939. Sein Vater, Polizeibeamter in der Weimarer Republik und im „Dritten Reich“, wurde Opfer übereifriger Sowjetjustiz, denunziert und hingerichtet. Nach dem Abschluss der 8. Klasse lernte der radsportbegeisterte Junge, bei Dynamo Gera aktiv, bei den Spannwerkzeugwerken Gera Dreher, arbeitete dann im WEMA Werkzeugmaschinenwerk. Zwei Jahre verpflichtete ihn die Armee nach Erfurt, dann fing er zurück in Gera beim VEB Record Spannwerkzeuge an, wechselte als Bohrwerksdreher zum VEB Röntgenwerk, bis er nach acht Jahren Probleme mit der Schichtarbeit bekam. Als Rundschleifer beim Werkzeugbau blieb er bis 1995, nach der Wende von den Kollegen in den Betriebsrat gewählt. Schwierige Krankheitsverläufe sollten zeitweise sein Leben bestimmen, seit 1995 ist er Erwerbsunfähigkeitsrentner.
Seine erste Frau (Heirat 1963) starb gleich nach der Geburt des Sohnes. In Frau Susanne (Heirat 1965) fand er bald eine neue Gefährtin, die echte Mutter für den Sohn wurde, das gemeinsame Kind kam nicht lebend zur Welt. Trotz mancher Schicksalsschläge, selbst der Garten musste aufgegeben werden, seine Freude am Fotografieren kann sich inzwischen auf die familiären Anlässe beschränken, dürfen sie weiter die glücklichen Momente leben.