MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred ubd Annerose Kretzschmar
Zuverlässigkeit im Beruf und im Leben
Elektriker
Konfektionärin, Meisterin der volkseigenen Industrie
Schulstr. 3
09243 Niederfrohna
Zwar wurde sie als Annerose Schönfeld 1949 im nahen Limbach geboren, doch wuchs sie als Älteste von drei Geschwistern schon in Niederfrohna auf. Ab 1956 besuchte sie die örtliche Grundschule, schloss 1964 mit der 8. Klasse ab. Schon als Kind hatte sie gern Handarbeiten gemacht, ein Beruf in der Textilindustrie schien vorprogrammiert. Beim VEB Feinwäsche Limbach-Oberfrohna wurde sie in drei Jahren zur Konfektionärin ausgebildet. Als damalige Besonderheit war damit gleichzeitig ein Abschluss der 10. Klasse verbunden. Sie blieb im Betrieb, arbeitete als Leiterin am Band, konnte dann zwei Jahre die Meisterschule in Limbach-Oberfrohna besuchen, wurde 1970 Meisterin der volkseigenen Industrie. Als solche wurde sie nun in der Näherei eingesetzt, doch bald forderte die Geburt der Kinder (Jens 1972 und Heike 1976) Auszeiten, in denen sie in Heimarbeit bzw. verkürzt tätig war. Auch als die Planwirtschaft 1990 in marktwirtschaftliche Strukturen umgewandelt wurde, war sie weiter als Näherin beschäftigt, nur hieß die Firma nun „Trikot Fashion“. Als diese jedoch 1996 in Konkurs ging, war Annerose Kretzschmar erst einmal arbeitslos. Durch ein erfolgreich verlaufendes Praktikum konnte sie beim Geschäft „Ihr Teppichfreund“ in Niederfrohna als Verkäuferin einstiegen, fand für dreizehneinhalb Jahre bis zum Eintritt in den Vorruhestand hier ihre Aufgaben. Seit der Heirat 1972 stand Manfred Kretzschmar an ihrer Seite, der 1950 in Niederfrohna geboren worden war. Er wuchs mit einer großen Schwester auf, besuchte ebenfalls die Schule in Niederfrohna (in der Parallelklasse seiner späteren Frau), ließ aber dann die Mittlere Reife 1966 an der Oberschule in Limbach-Oberfrohna folgen. Beim privaten Handwerksmeister Robert Schönfeld wurde er in drei Jahren zum Elektriker ausgebildet. Die Lehrzeit war vom frühen Heranführen an die Praxis geprägt. Seinen Pflichtwehrdienst absolvierte Manfred Kretzschmar an der Grenze im Vogtland. Danach kehrte er in den Lehrbetrieb zurück, dem er 33 Jahre angehören sollte, auch wenn dieser in späteren Jahren vom Schwiegersohn des Lehrmeisters übernommen wurde. Die Firma arbeitete vor allem für die Industrie, doch ergaben sich genug Privataufträge für die Arbeit in der sogenannten Feierabendbrigade, abends und an den Wochenenden. Als nach dem Ende der DDR viele Aufträge wegbrachen, oft Kurzarbeit angesagt war, bot die Arbeit auf Montage in den westlichen Bundesländern einen Ausweg. Als im Winter 2000 die Lage besonders dramatisch wurde, wechselte Manfred Kretzschmar bis zum Renteneintritt zu einer Zeitarbeitsfirma, wurde nun vorwiegend zum Schaltschrankbau für die Siemens AG ausgeliehen. Die beiden Enkelsöhne aufwachsen zu sehen, ist die besondere Freude von Annerose und Manfred Kretzschmar.