MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Erika und Heinz Kreßner

„Mag draußen die Welt ihr Wesen treiben, …“

Erika und Heinz Kreßner

Näherin i. R.
Schlosser i. R.
Folgenstr. 30
09212 Limbach-Oberfrohna OT Rußdorf

Es existieren viele von Herz und Verstand geprägte Lebensweisheiten. Eine davon hat Erika Kreßner, am 05.06.1939 in Rußdorf geboren, für ihr eigenes Leben gewählt: „Mag draußen die Welt ihr Wesen treiben, mein Heim soll meine Ruhstatt bleiben.“ Dass es zu Hause wohlig und gemütlich bleibt, ist nicht nur ihren Kochkünsten und hauswirtschaftlichen Fähigkeiten zu verdanken. Auch ihre harmonische Ehe leistet einen entscheidenden Beitrag. Sich gegenseitig zu achten, keinen Streit anzuzetteln, füreinander da zu sein und Dinge gemeinsam zu erleben, erschafft die Basis dafür. Sohn Rainer, zwei Enkel und ein Urenkelkind perfektionieren das Glück. Der Start ins Leben gestaltete sich eher schwierig. Vater galt ab 1944 als vermisst. Mutter verdiente sich ihren Lebensunterhalt in der Strumpffabrik. Noch während Erika Kreßner die Schule besuchte, begann die Krebserkrankung der Mutter. Ein wenig Halt fand die Tochter bei ihrer Tante und auch Nachbarn standen zur Seite. Die Mutter verstarb nach 10-jährigem Leidensweg, als die Tochter 24 Jahre alt war. Bis dahin hatte sich allerdings ihr beruflicher Werdegang bereits entwickelt. Nach der Schule arbeitete sie vier Jahre lang auf einem Bauernhof, wechselte in die Textilindustrie, erwarb ihren Facharbeiterabschluss als Näherin und produzierte bis 1992 Untertrikotagen und Kinderwäsche. Ihren Heinz heiratete sie 1959. Geboren am 05.01.1938 in Rußdorf, verstarb sein Vater schon 1953 mit 50 Jahren. Später lebte er mit Mutter und Schwiegermutter in seinem Elternhaus. Aufgewachsen ist Heinz Kreßner mit Tauben, Hühnern, Hund sowie Schaf und Wald und Teiche vermittelten einen Hauch von Freiheit. 1953 nahm er im Wägemaschinenbau seine Schlosserlehre auf und arbeitete bis 1965 in der Nickelhütte in St. Egidien. Weitere Stationen folgten im Wasserwerk Limbach als Pumpenmechaniker und bis zur Wende war er als Elektriker und Kraftfahrer in der Fa. Esche, einem Unternehmen für Elektrogeräte, beschäftigt. Nach der deutschen Vereinigung begab sich Heinz Kreßner für die Fa. Lippmann und Scherf im Bereich des Fenster- und Türenbaus auf Montage. Als er nur mit großem Glück einen schweren Unfall auf der Autobahn überlebte, beendete er die Montagetätigkeit 1995. Doch Tiere spielten nach wie vor eine Rolle. 1960 begann er, die eigenen Schafe zu scheren. Daraus entwickelte sich eine langjährige Nebenprofession. Bis zum Jahre 2014 hat er für die entsprechenden Besitzer pro Jahr 1.000 Schafe mit der Hand geschoren. Sohn Rainer arbeitet im Management der Autoindustrie, wohnt gleich nebenan und somit können Erika und Heinz Kreßner mit ihrer gesamten Familie noch viele schöne Stunden in ihrem Heim und somit in ihrer „Ruhstatt“ verleben.
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