MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Otto und Elisabeth Kritz

Mit Hobel und Gemeinschaftssinn

Otto und Elisabeth Kritz

Möbeltischler, Meister
Häusliche Krankenpflegerin
Eschefelder Str. 3
04552 Borna OT Wyhra

Eigentlich sollte Otto Kritz einmal die Werkstatt des Vaters, eines privaten Tischlermeisters, übernehmen, doch 1961 kam das Aus für den Betrieb, er passte nicht in die sozialistische Landschaft. Doch schon war dem 1949 im mittelsächsischen Dorf Schwarzbach geborenen Jungen das Metier nahe, früh galt es in der Werkstatt mit anzupacken. Dies hatte Vorteile, als er nach dem Abschluss der 8. Klasse 1963 eine Tischlerlehre in der Rochlitzer Möbelfabrik aufnahm. Nach drei Lehrjahren wurde er vom Betrieb übernommen, doch dann funkte das private Glück in die berufliche Zukunft. Mit der Heirat 1968 ging es nach Wyhra, dort wartete die junge Elisabeth, dort kam noch im selben Jahr die erste der beiden Töchter zur Welt, dort gab es für ein Ehepaar eine freiwerdende Wohnung in ihrem Elternhaus. Die Schwiegermutter arbeitete im Büro eines Bornaer Baubetriebs und sorgte dafür, dass ihr neu angeheiratetes Familienmitglied dort Arbeit fand, auch wenn er bei der Fa. Otto Landgraf nun als Bautischler agierte. Er wurde bald Polier sowie 1974 auch Lehrausbilder und dazu animiert, seinen Meisterabschluss zu machen. Zuvor waren die 9. und 10. Klasse nachzuholen, ehe er 1978 die Meisterschule in Leipzig beenden konnte. Als der bis dahin halbstaatliche Betrieb vollständig zur sozialistischen Produktionsweise übergehen musste und nun als VEB Reko-Bau Borna firmierte, wurde er mit Büroarbeiten überhäuft. Darum wechselte er 1980 zum Bau- und Montagekombinat (BMK) Süd nach Frohburg, wo er in den folgenden zehn Jahren wieder als Tischlermeister gefragt war. Mit dem Ende der volkseigenen Betriebe 1990 arbeitete er zwei Jahre als Verkäufer im Zedtlitzer Baumarkt, dann für die Witznitzer Zweigstelle der Augsburger Lehmbaugesellschaft, wo er als Ausbilder für die größtenteils gehandicapten Jugendlichen lange Jahre befriedigende Aufgaben fand, ehe er, nun gesundheitlich etwas angeschlagen, 2007 in den Vorruhestand ging. Seine Frau Elisabeth, 1948 schon im elterlichen Anwesen in Wyhra geboren, absolvierte am Bornaer Klinikum eine Ausbildung zur Krankenschwester und war nach den Babyjahren ab 1972 als Gemeindeschwester in Benndorf, Bubendorf und Frohburg, zuletzt bis 2008 im Auftrag der DRK-Sozialstation unterwegs. Otto Kritz war 44 Jahre lang Mitglied im Kirchenvorstand von Wyhra, die christliche Prägung hat das Ehepaar auch zu DDR-Zeiten nie verleugnet, was seinerzeit ihr Leben und zum Teil auch das ihrer Kinder gewiss nicht erleichterte.
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