MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christa Kreyßig

Grüner Daumen und schwarze Zahlen

Christa Kreyßig

Wittenberger Chaussee 11
06905 Bad Schmiedeberg OT Trebitz

Erst acht Monate war die 1944 Geborene alt, kann sich an die Flucht der Familie aus Ostpreußen somit nicht erinnern. Die Zuweisung erfolgte nach Dommitzsch bei Torgau, die Unterbringung in Baracken eines ehemaligen Arbeitslagers des Hitlerregimes. Sie besuchte die Grund- und Erweiterte Oberschule (EOS), wollte eigentlich Krankenschwester werden. Doch ihre Mutti fand sie dafür ungeeignet und legte nahe, lieber einen Büro-Beruf zu ergreifen, mit der schlichten Begründung: „Da sitzt du im warmen und kannst dich schön anziehen“. Wenngleich das sicher nicht die Kriterien für Freude am Beruf sind, bei Christa Kreyßig hat es gepasst. Nie hat sie ihren Werdegang bereut. Die Lehre als Stenotypistin im Volkseigenen Erfassung- und Aufkaufbetrieb Torgau beendete sie erfolgreich, doch als Sekretärin zu arbeiten war ihr zu eintönig. Also studierte sie 1967–1971 an der Ingenieurschule Leipzig Ökonomie, fing danach im VEB Wittol Wittenberg (größter Haushaltchemiebetrieb der DDR) als Finanzplanerin an, übernahm nach zwei Jahren die Abteilung Planung und arbeitete später in der Buchhaltung des Betriebes (Abteilungsleiter Kostenrechnung und Innenrevision, stellvertretender Hauptbuchhalter). Als der VEB Wittol nach der Wende in private Hand ging, hatte Christa Kreyßig bereits den Betrieb gewechselt, in einer westdeutschen Firma angefangen. Deren Insolvenz führte 1991–1992 bei ihr zur Arbeitslosigkeit. 1992 begann sie durch Vermittlung ihrer Tochter in einem Steuerbüro in Wittenberg, setzte sich im Herbst desselben Jahres noch einmal drei Jahre auf die Schulbank und qualifizierte sich zur Steuerfachgehilfin. Bis 1996 blieb sie tätig, blieb dann zur Pflege ihrer Schwiegermutti zu Hause. Nach deren Tod brauchte sie sich nicht selbst um Arbeit zu bemühen, diese kam sozusagen zu ihr, mit dem Anruf der Elektro GmbH Kemberg. Man bat sie zum Gespräch, ohne dass sie sich selbst beworben hatte, und stellte sie vom Fleck weg ein. Noch heute ist sie dort beschäftigt und denkt mit Unruhe daran, bald in die Rente zu gehen. Verheiratet mit Wilfried Kreyßig (Landwirt), gehören zur Familie die Töchter Yvonne (geboren 1972) und Yvette (geboren 1979), die beide als Buchhalterin und Bankangestellte in die beruflichen Fußstapfen der Mutter getreten sind und dem Ehepaar Kreyßig zudem noch einen Enkel geschenkt haben. Der Garten ist Hobby, Blumen können nie genug da sein und Christa Kreyßig hat indessen wieder ihre alte Leidenschaft lesen wieder entdeckt.
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