MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Krebs
„Nur dem Fröhlichen blüht der Baum des Lebens.“ (Ernst Moritz Arndt)
Landwirt
Teichstr. 6
04828 Bennewitz
Die Eltern des 1939 geborenen Manfred Krebs waren Landwirte. Fünf Kinder gehörten zur Familie und alle lernten beizeiten kennen, was Arbeit auf dem elterlichen Hof bedeutete. Früh ging es für die Eltern in den Stall, danach aufs Feld und am Abend wieder mit dem Viehzeug weiter. Die Tage waren lang und die Arbeit schwer. Auch die Kinder hatten kleine Aufgaben zu erfüllen, wie Hühner füttern, Eier einsammeln... und trotzdem blieb auch Zeit zum spielen. 1945–1953 besuchte Manfred Krebs die Schule wäre danach gerne Dachdecker geworden. Daraus wurde nichts, denn die Eltern brauchten Hilfe auf dem Hof. So besuchte Manfred Krebs nach der 8. Klasse zwei Jahre die landwirtschaftliche Berufsschule Trebsen, arbeitete auf dem elterlichen Hof (20 Hektar) und lernte von der Pike auf den Landwirte-Beruf. Nach dem Krieg und der Schaffung vieler Neubauernstellen mit ca. 6 Hektar Land stellte man in der DDR schnell fest, dass es den Neubauern sowohl an der landwirtschaftlichen Erfahrung, als auch an der nötigen Betriebsgröße und technischen Ausstattung fehlte um rationell zu wirtschaften. Entsprechend erging der Beschluss zum Übergang in die kollektive Wirtschaft. Die LPGn Typ I, II, und III entstanden und mit ihnen die teilweise zwangsweise Kollektivierung. Auch an den Eltern von Manfred Krebs ging diese Entwicklung nicht vorbei. 1961 traten sie der LPG Typ I bei (Bauern brachten ihren Boden ein), ab 1963 gehörten sie der LPG Typ III an (auch das Vieh wurde kollektives Eigentum). Manfred Krebs arbeitete von nun als LPG-Mitglied weiter – im Sommer als Traktorist, im Winter im Bautrupp auf einer Zugmaschine. 1966 heiratete er seine Frau Inge (in der Landwirtschaft und im Zellstoffwerk gearbeitet; verstorben 1995), konnte sich bald über die Geburten der Töchter Simone (1966) und Heike (1967) freuen. Sein ganzes Berufsleben verbrachte Manfred Krebs in der Landwirtschaft, gehörte zudem der Freiwilligen Feuerwehr seines Heimatortes Bach 55 Jahre an. Die Wende brachte große Veränderungen. Viele wurden entlassen, andere in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Für „Landeinbringer“ stand die Entscheidung an zu bleiben oder privat weiter zu wirtschaften. 1995 wurde auch Manfred Krebs verabschiedet. Mittels Altersübergang trat er in die Rente. Sein eingebrachtes Land verpachtete er an die neu gegründete Agrargenossenschaft. Er war zu alt um noch einmal mit einer Privatwirtschaft zu beginnen und zudem hätte auch ein Nachfolger gefehlt, der den Hof später weiterführen würde. Manfred Krebs ist hilfsbereit und freut sich selbst auch manchmal Unterstützung zu erhalten. So funktioniert die Welt für ihn. Er sagt dazu: „Leben und leben lassen.“. Unzuverlässigkeit ist ihm persönlich fremd. Er kann sie aber auch bei anderen Menschen nicht ausstehen. Was man verspricht muss man halten, ist sein Grundsatz. Die Lieblingsbeschäftigung von Manfred Krebs ist Auto fahren. Das wundert nicht, hat er doch beruflich sein Leben damit verbracht Maschinen zu bewegen. Einen Lotto-Gewinn wünscht er sich noch und verrät lachend, er würde damit noch einmal so richtig auf die Pauke hauen.