MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gisela und Uwe Krell

Zwei naturverbundene Menschen unter einem Dach

Gisela und Uwe Krell

Spinnerin
Agrotechniker und Mechanisator

Noßlitz 4
01683 Nossen

Gisela Krell wird am 27. Juli 1939 in Leippen geboren und wächst hier auf. Als sie 1945 eingeschult wird, hat sie täglich einen Schulweg von zwei Kilometern hin und zwei Kilometern zurück zu bewältigen. Der Vater kehrt 1946 aus der Kriegsgefangenschaft zurück und ist im Bergbau unter Tage als Hauer tätig. Die neun Kinder der Familie werden von der Mutter allein großgezogen. Für Gisela Krell heißt es nach der Schule oft, den Ranzen in die Ecke stellen und sofort raus auf das Feld. Außerdem muss sie auf die jüngeren Geschwister aufpassen, um die Mutter bei deren Erziehung zu entlasten. „Es war keine schöne Zeit“, blickt Gisela Krell heute auf diese Jahre zurück. Im Jahr 1953 beginnt sie eine Lehre in der Jute-Spinnerei in Meißen. „Die Spinnerei stand da, wo jetzt Kaufland ist“, erinnert sie sich. Sie ist in dieser Zeit in einem Wohnheim untergebracht und nur an den Wochenenden zu Hause. Nach der Lehre arbeitet sie im Volkseigenen Betrieb (VEB) Lommatzsch Obst und Gemüse und wechselt nach zwei Jahren in die Nossener Näherei, wo sie Nachthemden näht. Bei der Arbeit lernt sie ihren Mann kennen, aus der Ehe gehen sieben Kinder, drei Jungen und vier Mädchen hervor. Gisela Krell zeigt mit Stolz und Liebe auf ein Familienfoto, dass die ganze Familie zu ihrem 70. Geburtstag vereint zeigt. Zu den sieben Kindern gehören nun auch zwölf Enkel und fünf Urenkel. „Es ist inzwischen sehr schwierig, die ganze Familie zusammen zu bringen“, bedauert die Großmutter und Urgroßmutter. Ihr Mann stirbt 2009, sechs Wochen vor der Goldenen Hochzeit. Sie selbst ist seit einer schweren Operation Rentnerin. Der Sohn Uwe wird 1964 geboren und verlebt eine gute Kindheit. Er wohnt immer noch in der seit seiner Kindheit gewohnten Umgebung, das Elternhaus liegt genau auf der anderen Seite. Ab 1981 absolviert er eine dreijährige Lehre als Agrotechniker und Mechanistor, leistet anschließend seinen dreijährigen Wehrdienst in einem Panzerregiment an der Küste ab. Ab 1986 ist er wieder in seinem Betrieb tätig, bekommt eine AB-Maßnahme in der Gemeinde und hat seit 1995 das Glück, in einem Saatzuchtbetrieb fest angestellt zu sein. „Es dauert oft sieben bis acht Jahre, bis eine Zucht anerkannt wird“, erzählt Uwe Krell von seiner Arbeit, in der er auch für den Export tätig ist. Die Mutter hat ihm das Haus und das Grundstück überschrieben. Diese wünscht sich oft mehr Freundlichkeit im Umgang unter den Menschen und ist stolz auf ihre Kinder, die alle Arbeit haben. Sowohl die Mutter als auch der Sohn blicken mit Stolz auf ein Leben, das von Arbeit und Fleiß geprägt gewesen ist. Beide sind auch heute noch sehr hilfsbereite Menschen, fühlen sich aber oft sehr von anderen ausgenutzt. Gisela Krell würde gern einen großen Lottogewinn für die Familie herbei zaubern können und vor allem noch eine Weile auf dieser Welt bleiben können.
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