MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Manfred Kressin

„Demokratie ist nicht anderes als eine hochintelligente Diktatur“

Manfred Kressin

Am Dorfteich 2
06766 Bitterfeld-Wolfen OT Thalheim

Als der 1943 geborene Manfred Kressin 1961 sein Abitur ablegte und danach seinen Armeedienst abgeleistet hatte, stand die Entscheidung der beruflichen Entwicklung an. Dem Angebot an Abiturienten stand ein nur hälftiges Vorhandensein von Studienplätzen gegenüber, so dass er zuerst eine Arbeit aufnahm und nebenher eine Ausbildung zum Elektriker absolvierte. Vom Betrieb an die Ingenieurschule für Automatisierungstechnik Leipzig delegiert, erlangte er seinen Ingenieurabschluss, in einem weiterführenden Studium in Zwickau später noch sein Diplom. Als Jungingenieur in der Filmfabrik Wolfen mit geringem Verdienst beginnend, wechselte er in die Prozessrechentechnik, nachdem er sich die nötigen EDV-Kenntnisse angeeignet hatte – eine Tätigkeit, die für ihn zuvor eigentlich nicht erstrebenswert erschienen war. Er sagt insgesamt, immer gemacht zu haben, was einerseits möglich war, von dem er dachte, es könne ihn interessieren und wo er meinte seinen Mann stehen zu können. Und: Er fand letztendlich immer doch Begeisterung an seiner Arbeit, berichtet er. Mit der Wende erlebte er den Abbau der Arbeitskräfte in seinem Betrieb und die Besonderheiten der Kündigungsreihenfolge: Satt in Leistungsabhängigkeit in Beziehungsabhängigkeit. Er hatte mit dem politischen Wandel seine kommunalpolitische Arbeit begonnen, war zum Zeitpunkt seiner Kündigung bereits ehrenamtlicher Bürgermeister in Thalheim. Ab 1994 Geschäftsführer der Technologie- und Gründerzentrum Bitterfeld-Wolfen GmbH, die als Service technologieorientierte Gründerhilfe und Qualifizierung von Mitarbeitern für spezielle Arbeitsplätze und Anregungen für innovative Existenzgründungen anbot, arbeitete er hier bis zum Renteneintritt im Jahr 2008. Sein Amt als Bürgermeister (2002–2004 hauptamtlich) übt er bis heute ehrenamtlich weiter aus, engagiert sich für seinen Heimatort zudem als Vorstandvorsitzender der Stiftung „Zukunftssicherung Standort Thalheim“. Die Erfahrungen in der politischen Arbeit haben ihm indessen gezeigt: Demokratie ist auch nur eine hochintelligente Diktatur, denn es bestimmen die amtierenden staatlichen Organe, was sie zulassen oder abblocken und das Verwaltungsgericht als letzte Instanz ist nach seiner Auffassung auch parteipolitisch geprägt. Mit dieser Erkenntnis möchte er bei der nächsten Wahl nicht wieder kandidieren, wird mit 71 Jahren dann helfend statt amtierend in der Kommunalpolitik weiter wirken. Dem Sport ist er seit der Jugend treu geblieben. Selbst einst aktiver Fußballer, amtierte er 10 Jahre als Präsident von Grün-Weiß Wolfen und ist heute noch Geschäftsführer der SG Rot Weiß Thalheim 31 e. V.. Seine Frau Doris (Agrochemikerin) war immer die starke Frau an seiner Seite. Mit ihr und den Töchtern Birgit (Pharmareferentin) und Constance (Physiotherapeutin) und den drei Enkeln verbringt er gerne seine freie Zeit. Glück ist für ihn Zufall, sagt er und doch ist wohl das Glück in seinem Leben sicher kein Zufall, sondern seiner Zielorientierung, Offenheit, Ehrlichkeit und Ausgeglichenheit zuzuschreiben.
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