MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Maria Krebs

Das Positive im Leben sehend

Maria Krebs

01069 Dresden

Günther Krebs, 1932 geboren, hatte den Wunsch Apotheker zu werden. Doch es kam anders: 1952, mit durch den Krieg bedingte Unterbrechungen, beendete er seine Schulzeit mit dem Abitur. Er absolvierte ein Vorpraktikum bei der Deutschen Reichsbahn als Grundlage für sein anschließendes Studium an der Hochschule für Verkehrstechnik in Dresden (1952–1957), das er als Dipl.-Ing. für Verkehrswesen abschloss. Danach in der Reichsbahndirektion Dresden eingesetzt, leitete er den Bereich Vorbereitung und Durchführung von Großbauvorhaben aus betrieblicher Sicht. In den 50er Jahren waren die Eisenbahnstrecken durch die Reparationen vollkommen eingleisig, der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Hauptstrecken erfolgte. Von 1958–1992 arbeitete Günther Krebs in diesem Bereich, sammelte unsagbar viele Erfahrungen, entwickelte sich vom Bearbeiter über den Gruppenleiter bis hin zum Abteilungsleiter. 1958 heiratete er seine Frau Maria, mit der er am 06.09.2013 den 55. Hochzeitstag feierte. Sie wurde 1934 geboren als Kind eines Bäckermeisters und seiner mithelfenden Ehefrau. In dieses Geschäft einzusteigen war für sie nie ein Thema. Sie wollte einen medizinischen Beruf erlernen. 1941 eingeschult, besuchte sie die Grund- und Oberschule und im Anschluss drei Jahre die Medizinische Fachschule in Dresden. Ihre ersten Praxisschritte unternahm sie in den verschiedensten Fachgebieten. So war sie beim Internisten, in der Gynäkologie und einer Hautklinik. Ihr kam es darauf an, viel mit den Patienten zu arbeiten. Das erfüllte sich mit ihrem ersten Einsatz nach dem Studium als zweite Schwester in der Kinderhautklinik des Krankenhauses Friedrichstadt. Mit der Geburt des Sohnes Thilo 1959 war die Arbeit in Schichten unmöglich geworden. Vier Jahre betreute Maria Krebs den Kleinen zu Hause, fing dann im Betriebsgesundheitswesen des Schreibmaschinenwerkes an, wechselte in andere Betriebspolikliniken, blieb aber dem Betriebsgesundheitswesen als solches treu. Eine Zusatzausbildung in Betriebshygiene erweiterte ihren Tätigkeitsbereich, den sie bis 1990 ausübte. Mit der Wende fielen die Betriebspolikliniken dem Rotstift zum Opfer. Maria Krebs arbeitete nun aushilfsweise in privaten Arztpraxen, bis sie das 70. Lebensjahr vollendet hatte. Seither betätigen sich die Eheleute aktiv gesellschaftlich. Maria Krebs in der Volkssolidarität und Günther Krebs seit 20 Jahren als Sozialbetreuer im Bahnsozialwerk. Aus ihren früheren Wanderungen sind indessen lange Spaziergänge geworden, aber die Kontakte zu Kollegen und Freunden halten sie aufrecht. Jede Woche ist Kaffeeklatsch der Damen und alle vier Wochen Skatrunde der Herren. „So wie manche es erträumt haben, ist es nicht gekommen...“, sagen sie heute zur Wende. „Aber alles hat seine Vor- und Nachteile.“ Auch bei ihrem Sohn. Er hat zwar Arbeit, ist aber wegen dieser in den alten Bundesländern, was den Kontakt zu den zwei Enkeln und zwei Urenkeln erschwert. Doch Familie Krebs findet, man muss das Positive im Leben mehr hervorheben – und ist zufrieden.
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