MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Gabriele Kreher
Auf die eigene Kraft vertraut
Dipl.-Lehrerin
09376 Oelsnitz
Der Bus stand vor dem Hotel, als ihn eine Bombe der baskischen Untergrundorganisation ETA zerriss. Er war leer. Die Schüler und ihre Lehrerin hatten ihn bereits verlassen. Es wurde niemand verletzt. Doch das Bild der Zerstörung stehe noch immer vor ihrem Auge, als wäre es gestern gewesen, erzählt Gabriele Kreher. Und nicht im Sommer 2001 während einer Sprachreise.
In Lichtenstein wird sie 1955 geboren. In Oelsnitz wächst sie auf. Nach dem Abitur studiert sie in Leipzig Deutsch und Geschichte. Drei Jahre unterrichtet die junge Diplom-Lehrerin an der Polytechnischen Oberschule in Hohndorf.
An der Berliner Akademie der Pädagogischen Wissenschaften beginnt Gabriele Kreher ein zweites Studium. Sie promoviert und bleibt noch zwei Jahre an der Akademie. Dr. Kreher wechselt an das Bezirkskabinett für Lehrerweiterbildung des Bezirkes Karl-Marx-Stadt. Ihre „Schüler“ sind Deutschlehrer.
1990 wird die Einrichtung aufgelöst. In der Erwachsenenbildung findet die Pädagogin eine neue Aufgabe. Umweltassistenten erteilt sie fachbezogenen Unterricht in Deutsch und Englisch.
1994 wird das Waldenburger Gymnasium, zu dessen Schülern einst auch Karl May zählte, zum Europäischen Gymnasium. Angeschlossen ist der Privatschule ein Internat. Ihre Schüler kommen aus allen Bundesländern, aus China und Vietnam. Zum Lehrerkollegium gehört auch Dr. Gabriele Kreher. Sie ist verantwortlich für die Organisation der Sekundarstufe 2 und berät zusätzlich seit 2004 die Oberstufe.
Gabriele Kreher hat viel Sport getrieben. Ihre Mitgliedschaft im Sportverein "Oelsnitzer Knappen“ gab sie jedoch aus Zeitgründen auf.
Sie lese sehr viel. Hauptsächlich historische Romane und Fachbücher, sagt sie.
Schon immer zog es Gabriele Kreher in die Welt. Die unterschiedlichsten Reisen quer durch Europa hat sie bereits unternommen. Oft begleitet von ihrem Mann Peter, den sie vor 10 Jahren geheiratet hat. An einem Freitag, dem 13. Für Gabriele Kreher ein gutes Omen auf weitere gemeinsame glückliche Jahre.
Sie strahlt Ruhe aus. Am Arbeitsplatz mehr Ordnung zu halten, mit dieser „Schwäche“ hadert sie ab und an.. Auch den Computer möchte sie besser nutzen können.
Gabriele Kreher hat es geschafft, nach 1990 im Beruf zu bleiben und Anerkennung zu finden. Sie habe an sich geglaubt und hart gearbeitet, so die 55jährige, die es mit einem Ausspruch Rosa Luxemburgs hält, den auch Bertolt Brecht gern zitierte: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, der hat schon verloren.“