MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ruth Kresse

Einfühlungsvermögen und Herzlichkeit

Ruth Kresse
Kinderkrankenschwester i. R.

18273 Güstrow

Rüstig, vielseitig interessiert und offen für alles, zehrt Ruth Kresse ebenso von der Weisheit des Alters. Sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuend, hat sie sich eines gänzlich abgewöhnt – sich zu ärgern. Anstatt dessen trällert sie lieber ein fröhliches Liedchen und betrachtet Gesundheit und Zufriedenheit als größtes Glück. Geboren am 06.02.1926 in Schönebeck/Elbe, widmete sie sich nach Abschluss der 10. Klasse einer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester und arbeitete an der Kinderklinik ihres Geburtsortes. Bei ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit als Stationsschwester zeigte sie Durchsetzungsvermögen, Offenheit und Fachkompetenz, war gutmütig und herzlich. Sie arbeitete ebenso genau wie verantwortungsbewusst, ging besonders mit den Kindern liebevoll und sehr sensibel um und plaudert aus ihrem Berufsleben: „Die Kleinen können sich noch nicht richtig mitteilen, was großes Einfühlungsvermögen verlangt.“ Und dies hatte sie. Nach zwei Dekaden wechselte Ruth Kresse als Sprechstundenschwester in eine Kinderarztpraxis, avancierte wiederum zur leitenden Fachfrau, ging 1986 in Rente, arbeitete jedoch – was sie schon vorher eine Zeit lang getan hatte – aus großer Liebe zum Beruf noch stundenweise weiter. In den letzten Jahren engagierte sie sich in der Seniorenbetreuung im Krankenhaus. Dreh- und Angelpunkt war jedoch immer die eigene Familie. Seit 1948 mit ihrem Kurt verheiratet, verstarb dieser leider 2002 nach 54jähriger Ehe. Ihre Söhne Werner und Matthias arbeiten als Dipl.-Psychologe und Hochschul-Ingenieur und machten sie zur dreifachen Großmutter. Lange Zeit fest in einer Gymnastikgruppe verankert, steht diese Art der Körperertüchtigung nicht mehr auf dem Programm. Doch im Chor lässt sie noch immer ihre Stimme erschallen. Bei breit gefächerter Lektüre hatten es ihr die großen Klassiker der Weltliteratur besonders angetan, doch bei ausgeprägtem Wissensdurst, liest sie alles, was in die Hände gerät. Wenn auch nicht mehr in der Turnhalle, sorgte ihr schöner Garten für ausreichend Bewegung und beim Lösen von Kreuzworträtseln steht Gehirnjogging auf dem Plan. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie zu einem ihrer Söhne nach Güstrow und pflegt neben harmonischen Familienfeiern traditionell jährlich stattfindenden Besuch von guten Freunden in Schönebeck – Menschen, die dieser Visite schon immer voller Spannung entgegen fiebern und Ruth Kresses Einfühlungsvermögen wie ihre Herzlichkeit über alles zu schätzen wissen.
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