MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heinrich Begerock
„Meinen Hochzeitstag kann ich niemals vergessen.“
Huf- und Freihandschmied
Flussbaufacharbeiter
08539 Mehlteuer
Das Licht der Welt erblickte Heinrich Begerock am 16.02.1935 in Goslawitz/Schlesien. In schwierigsten Zeiten zur Welt gekommen, geriet er 1944 in die Verschickung der Landjugend. Später fand ihn sein älterer Bruder in der Nähe von Prag.
Mit dem Pferdewagen – Großvater besaß eine Pferdezucht – kam die Familie nach Allendorf/Sachsen-Anhalt, wonach Heinrich Begerock in Drößnitz/Thüringen einen vorübergehenden Wohnsitz fand.
Nach der Schule bekam er vorerst keine Unterstützung durch die Berufsberatung, überbrückte ein Jahr mit einer Landwirtschaftsausbildung und erhielt im Anschluss eine Lehre zum Huf- und Freihandschmied.
Um die finanzielle Situation aufzubessern, er verdiente damals 1 Mark und 11 Pfennig pro Stunde, begab er sich zur WISMUT und wurde zwei Jahre später entlassen. Ausschließlich Genossen wurden weiterhin beschäftigt. Heinrich Begerock war nicht gewillt, der SED beizutreten.
Einen neuen Arbeitsplatz fand er bei der Wasserwirtschaft Halle als Flussbaufacharbeiter, absolvierte die adäquate Ausbildung und avancierte zum Brigadier im Flussbau.
Stets leistete er herausragende Arbeit und war bekannt für seine gute Bauausführung. Demzufolge wurde ihm ans Herz gelegt, sich weiterzuentwickeln und zum Meliorationstechniker ausbilden zu lassen. Dies ließ sich Heinrich Begerock nicht zweimal sagen, unterzog sich auch dieser Ausbildung und fungierte 10 Jahre lang als Bauleiter beim Meliorationsbau Gera.
Vorher noch in Reinstädt wohnend, woher seine Ehefrau Rosmarie stammte, erwarb das Paar 1968 ein Haus und widmete sich dem Umzug nach Mehlteuer. Bedingt durch die Tätigkeit ihres Mannes war Rosmarie Begerock auf sich gestellt, musste jede Entscheidung allein treffen und bat ihren Mann, die Arbeitsstelle zu wechseln.
Trotz abwechslungsreicher und zufriedenstellender Tätigkeit tat er ihr den Gefallen, bewarb sich 1979 bei der Plamag und arbeitete dort bis zum Vorruhestand 1992 im Metallbaubereich.
Seine Rosmarie – Hortnerin – hätte er gern Weihnachten 1955 geheiratet, doch der Dorfpfarrer war überlastet. So wählte das Paar den Sylvestertag. Scherzhaft ergänzt er: „Meinen Hochzeitstag kann ich niemals vergessen.“ Das Paar bekam die Söhne Frank und Ralf und die Freude über vier Enkel und einen Urenkel ist groß.
Leider ist seine Rosmarie von Krankheit betroffen. Doch kurz vor der diamantenen Hochzeit ist es für Heinrich Begerock selbstverständlich, sie zu pflegen, sie zu bekochen und liebevoll zu verwöhnen.