MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Beilig
Ein Leben mit und für die Pflanzen
Gartenbauingenieur
Heidenheimer Ring 63
04720 Döbeln
Manfred Beilig, 1926 in Colditz geboren, schien mit seinen beiden älteren Schwestern ruhig aufwachsen zu können, doch statt sich auf das Abitur vorzubereiten, griff den Siebzehnjährigen die Wehrmacht, erst als Flakhelfer in Magdeburg, dann im März 1944 als regulärer Soldat, der nach kurzer Ausbildung in Plauen mit seiner Nachrichtenstaffel über Polen und Dänemark nach Norwegen verschifft, dann nach Italien verlegt wurde, vor den Amerikanern mit seiner Einheit gen Österreich auswich. Die Schüsse der Roten Armee hielt eine Kabeltrommel noch ab und der Krieg war bald aus, am 8. Mai wurde er von amerikanischen Truppen interniert, aber bald nach Hause entlassen, den langen Weg zurück in die Heimat ging es zu Fuß, manchmal nahm sie ein Wagen eine Wegstrecke mit, auch hilfsbereiten Menschen durften er und seine Kameraden begegnen, die Unterkunft boten und von der schmalen Kost jener Jahre sogar etwas abgaben. Im Juni 1945 war er wieder bei seiner Familie in Colditz, fing als Hilfswaldarbeiter an, konnte ab 1947 eine Gärtnerlehre aufnehmen und ab 1950 die Fachschule für Gartenbau erst in Dresden-Pillnitz, dann in Erfurt besuchen. Drei Jahre später war er Gartenbauingenieur, spezialisierte sich auf Obstbau. Sein erster Einsatz erfolgte in Berthelsdorf/ Oberlausitz, dann war er für ein paar Monate in der Baumschule in Dresden-Tolkewitz angestellt, fand ab Juni 1954 in Cottbus neue Aufgaben. 1957 wechselte er wieder in heimischere Gefilde, fing in der Maschinen-Traktoren-Station (MTS) in Polkenberg bei Leisnig an, baute eine genossenschaftliche Obstanlage auf. Ab 1961 engagierte er sich für den Zusammenschluss von Gartenbaubetrieben in Leisnig, wechselte mit Umstrukturierungen 1963 nach Harthau, wurde Mitglied der dortigen Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft GPG „Frohes Schaffen“, leitete erst die Produktion, wurde stellvertretender Vorsitzender und ab 1970 Vorsitzender der anerkannten und leistungsfähigen Genossenschaft, bekannt durch ihre Nelkenproduktion (Manfred Beiligs Lieblingsblume), durch Gurkenanbau und Champignons, durch Orchideen und Chrysanthemen. Bis 1990 agierte er in dieser Funktion, gestaltete im Oktober noch den Übergang zur Saxonia Gartenbau GmbH mit, ehe er in Rente ging.
Mit Frau Ilse Erika Liane ist Manfred Beilig seit 1954, also seit nunmehr sechzig Jahren verheiratet, die beiden Söhne haben Freude, aber auch manch Kummer und Leid beschert.