MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dieter Belitz
Der Lebensmittelpunkt eines Mannes
Saarstr. 64
06846 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 611527
Noch heute wohnt Dieter Belitz mit Ehefrau Renate in seinem Elternhaus, in dem er 1937 geboren wurde. 1943 zur Schule gekommen, wollte er nach Abschluss Schlosser werden und begann diese Lehre 1951 bei einem Privatbetrieb. Doch Niedriglohn war Grund zum Firmenwechsel und die darauf folgende 10-jährige Tätigkeit als Freileitungsmonteur im Bereich Hochspannungsleitungen des VEB Verbundnetz West. Er absolvierte eine zweite Facharbeiterausbildung zum Freileitungsmonteur, doch sein Arbeitsort war Magdeburg und Umgebung und familiäre Notwendigkeiten zwangen zur Arbeitsplatzsuche in Wohnortnähe. In der Verkehrsabteilung der Gärungschemie fand er neue Herausforderung als Schlosser und Fahrzeugschlosser und übernahm nach Abschluss der Meisterschule 1969 als Meister im Bereich Verkehrswesen Verantwortung. Im gleichen Jahr begann sein „zweites Leben“, wie er es formuliert. Von einem Kollegen der Werkstatt für die Freiwillige Feuerwehr geworben, begann sich dieses Engagement zu seinem Lebensmittelpunkt zu entwickeln. Die Ausbildung, die er hier erfuhr war sehr gut, berichtet er heute. 1970 konnte er so bereits als Maschinist und Einsatzfahrer seinen Dienst verrichten, sich ab 1974 als Gruppenführer vorbereiten auf die Aufgabe, die er 1980 übernahm: Leiter der Betriebsfeuerwehr. Die fachlichen Kenntnisse vertiefte er mit einem organisierten Selbststudium für Offiziere 1983. Zu diesem Zeitpunkt leitete er bereits seit einem Jahr die Arbeitsgruppe Wehrleiter des ACK Piesteritz. Seine Arbeit war anerkannt, sein Name in Kameradenkreisen bekannt. Dass er 1971 eine Ausbildung als Anschlussbahnleiter für die der Gärungschemie zugehörige Werkbahn belegt und 1980 ein Ingenieurstudium erfolgreich abgeschlossen hatte, half ihm nicht, als 1992 der Betrieb geschlossen und er entlassen wurde. Er erinnert sich daran, selbst immer gesagt zu haben: „Uns können sie nicht dicht machen, weil es kein Werk in Europa gibt, was mehr Sprit herstellt...“ und dass das einer seiner größten Irrtümer war. Als letzter verließ er den Betrieb, gab den Schlüssel beim Pförtner ab. Die Auflösung der Betriebsfeuerwehr ging mit dieser Schließung einher. Doch bereits 1993 wurde Dieter Belitz Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes Dessau (bis 2005), 1994 Stellvertretender Wehrleiter Dessau-Gro0kühnau (bis 2000), 1996 Stadtwehrleiter Dessau (bis 2002), war 218 mal als Brandschutzwache (2002–2012) im Dessauer Theater für die Sicherheit verantwortlich. Zahleiche Auszeichnungen wie Medaillen für treue Dienste, das Bestenabzeichen, das silberne und goldene Bandschutzehrenzeichen, das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber und Gold die Feuerwehrspange u. v. a. mehr wurden ihm zu teil. Wie schizophren war es da, dass die berufliche Neuorientierung bei dem Einstellungsbetrieb zu großer Begeisterung führte wegen der vorgewiesenen Qualifikationen, nach der Beantwortung der Frage zum Lebensalter (damals 55) aber sofort im Nichts verliefen. Noch heute ist Dieter Belitz in Sachen Feuerwehr aktiv. So im Landesfeuerwehrverband Sachsen-Anhalt, der Fachgruppe Feuerwehrhistorik und als Leiter des Arbeitskreises 1 FAG. Dass die Chance der Wende, die im Zusammenführen des Erhaltenswerten aus Ost und West bestanden hätte, nicht genutzt wurden, betrübt ihn. Um so mehr freut ihn, dass der Zusammenhalt mit den alten Kameraden darunter nicht gelitten hat. Gemeinsam wird Geschichtliches aufgearbeitet. Er selbst hat zum 150. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr Dessau im Jahr 2013 die Chronik fortgeschrieben, die 1913 zum 50. Geburtstag erschienen war. Der Brandinspektor a. D. wird 2017 die goldene Hochzeit mit seiner Frau feiern und 2019 die mit der Feuerwehr!